Vogelsbergkreis: Mutmaßlicher Täter schon früher aufgefallen

Nach der aufsehenerregenden Veröffentlichung von persönlichen Politiker-Daten haben die Ermittler jetzt einen jungen Mann festgenommen. Nach Informationen dieser Zeitung...

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VOGELSBERGKREIS. Der im Zusammenhang mit der Online-Attacke auf Politiker und Prominente verdächtige 20-Jährige ist den Behörden nach Angaben von BKA-Präsident Holger Münch bereits früher wegen einer ähnlichen Aktion bekannt geworden. Der Mann sei schon vor zwei Jahren wegen des Ausspähens von Daten und wegen Vorbereitungen dazu aufgefallen, sagte Münch am Dienstag in Berlin. Zugleich betonte er, der 20-Jährige sei nicht vorbestraft.

Die Frage, ob der mutmaßliche Täter aus einem rechtsextremen Milieu komme, verneinte Münch. "Es gibt keine polizeilichen oder nachrichtendienstlichen Erkenntnisse, dass er in irgendeiner Form mit politischer motivierter Kriminalität vorher zu tun hatte." Auf Nachfrage betonten Münch wie auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, es gebe keine Indizien, dass der 20-Jährige staatliche Unterstützung bei seinen Aktionen gehabt habe.

Nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente war ein 20-jähriger Deutscher vorläufig festgenommen worden. Nach Informationen dieser Zeitung erfolgte die Festnahme im Vogelsbergkreis. Der Tagesspiegel will aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass der Verdächtige aus der Großgemeinde Homberg/ Ohm stammt. Auf Nachfrage heißt es dazu vom Polizeipräsidium in Osthessen, man wolle dies weder bestätigen noch dementieren. Hintergrund der spärlichen Information über die persönlichen Verhältnisse des 20-Jährigen ist die auf der Pressekonferenz am Dienstagmittag mehrfach thematisierte Schutz des Verdächtigen aufgrund seines noch jungen Alters. Der nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente vorübergehend festgenommene 20-Jährige hat in einer Vernehmung Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten genannt. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am Dienstag in Wiesbaden mit. Zudem habe er erklärt, dass er alleine gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

Der verdächtige 20-Jährige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

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Von red/dpa