Beim Schwarzfahren erwischt

PROZESS Geldstrafe für Wiederholungstäter

Wegen des Erschleichens von Leistungen verhängte das Wetzlarer Amtsgericht eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro (30 Tagessätze zu je 30 Euro).

Dass das Beförderungserschleichen kein Kavaliersdelikt ist, wurde einem 30-jährigen Wetzlarer von Oberamtsanwalt Jan Hartl deutlich gemacht. Als besonders negativ wurde dem ledigen Handwerker angekreidet, dass er erst wenige Monate vor diesem Vorfall wegen des gleichen Deliktes bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden war.

Die Strafe im aktuellen Prozess fiel deutlich höher aus. Auf der Bahnstrecke zwischen Gießen und Wetzlar war er auf dem Heimweg von seiner Arbeitsstelle im Zug kontrolliert worden. Einen gültigen Fahrschein (Fahrpreis: drei Euro) konnte er nicht vorweisen. Mit der anfänglichen Ausrede, dass der Fahrscheinautomat in Gießen seinen zerknüllten Fünfeuroschein nicht angenommen habe, kam er nicht durch. "Dies hatte er bei der Kontrolle nicht vorgebracht", wie die Zugbegleiterin aussagte. Andere Fahrgäste sollen nach Auskunft der Bahnbediensteten zudem nichts von Problemen mit dem Fahrscheinautomat berichtet haben.

n Angeklagter gesteht

Mit den massiven Vorwürfen konfrontiert, "knickte" der ohne Verteidiger vor Gericht erschienene Angeklagte "ein" und zeigte sich geständig. Probleme mit der Droge Alkohol hatten schon vor Jahren den Führerschein gekostet, seine finanzielle Situation ist angespannt. "Es tut mir leid, dass ich das gemacht habe", erklärte der Wetzlarer. Vorsitzende Richterin Carina Heublein verwies auf sein Strafregister von mittlerweile acht Eintragungen und ermahnte ihn, sich zukünftig straffrei zu verhalten. Seinem Wunsch auf Minderung der Geldstrafe kamen die Juristen nicht nach. "Ich werd' mich bessern", äußerte der Angeklagte zähneknirschend.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus Politik und Zeitgeschehen: Nachrichten