Deutlich über der Prognose

SOLARPARK GALGENBERG Genossenschaft überträgt Überschuss ins zweite Jahr

Vorstandsvorsitzender Heinz Bergfeld stellte den Teilhabern der Energiegenossenschaft Solmser Land die Zahlen vor. Die freuten auch Aufsichtsratschef Frank Inderthal. (Foto: Geis)

Mit 62 500 Euro Überschuss fiel die Bilanz im ersten Jahr des Solarparks am Galgenberg unerwartet gut aus. (Foto: Preisler)

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Allerdings, verdeutlichte der Vorsitzende Heinz Bergfeld, seien die rund 630 000 Euro Umsatz, die die Energiegenossenschaft bilanziert, "mehr als erwartet - aber weniger als erhofft". Denn November und Dezember 2012 ebenso wie der Januar des neuen Jahres seien "grottenschlecht" gewesen, so Bergfeld. Aber, das hatte der Vorstandsvorsitzende bereits vor einer Woche in einer Bürgerversammlung erklärt, es sei sogar in den genannten sehr sonnenarmen Monaten gelungen, soviel Energie zu produzieren, dass noch ein Überschuss verbucht werden konnte.

Unter dem Strich belaufe sich der Überschuss für 2012 auf rund 62 500 Euro. "Eine so hohe Summe hatten wir nicht erwartet", betonte Bergfeld nach der Jahreshauptversammlung im Gespräch mit dieser Zeitung. Den Energiegenossen schlug er vor, das Geld in das laufende Jahr zu übertragen, "denn wir erwarten in diesem Jahr keinen Gewinn".

Der Grund liege in den Tilgungen, die nun erstmalig fällig würden, erläuterte Bergfeld. Mit einem besseren Ergebnis sei erst in einigen Jahren zu rechnen, "wenn unsere Zinslasten deutlich gesunken sind." Zwar seien die Tagesgeldkonten der Energiegenossenschaft gut gefüllt, dennoch benötige man den Überschuss um die Verbindlichkeiten, die man vor allem an die Banken habe, bedienen zu können.

Seit Jahresbeginn fielen pro Monat rund 50 000 Euro Tilgung an. "Im Januar haben wir aber nur 9000 Euro erlöst." Zudem gehen er und sein Vorstandskollege Carsten Vollmers davon aus, dass Eon Mitte das Geld des ersten Quartals 2013 erst im April überweist. Durch die Übertragung des 2012er-Gewinns "sichern wir unsere Zahlungsverpflichtungen". Dem Vorschlag stimmte die Versammlung zu.

Das Ergebnis sei auch Ausdruck der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, bekräftigte Frank Inderthal. Gemeinsam beobachte man zurzeit die Entwicklung auch auf anderen Sektoren der Gewinnung alternativer Energien, ohne aber bisher über konkrete neue Projekte nachzudenken. "Wir wollen sehen, welche weiteren Chancen es hier noch gibt", sagt Inderthal.

Auf Nachfrage aus dem Plenum erklärte Heinz Bergfeld, dass es wohl erst ab dem dritten Jahr neben der schon seit Beginn laufenden 4,5-prozentigen Verzinsung der Einlagen der Energiegenossen auch eine Ausschüttung geben werde.

n Inderthal: Mitglieder werden zu erfolgreichen Unternehmern

"Wir planen ab 2014 einen sukzessiven Anstieg der Dividenden." Die prognostizierten sieben Prozent sollten spätestens ab dem achten Jahr ausbezahlt werden. Diese Einschätzung wurde auch von Inderthal geteilt. "Diese Situation tritt ein, wenn wir im Laufe der nächsten Jahre immer mehr von unseren Erlösen behalten können", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, der sich auch als Bürgermeister freuen darf. Denn neben dem Pachtzins von 13 000 Euro überwies die Energiegenossenschaft auch gut 10 000 Euro Gewerbesteuer an die Stadt Solms.

Im Zusammenhang mit den zu erwarteten Dividenden regte Teilhaber Johannes Schiller an, dass der Vorstand eine entsprechende Prognose erarbeitet und diese den Mitgliedern zur Verfügung stellt.

Zum laufenden Geschäftsjahr 2013 konnte Bergfeld angesichts der vorliegenden Daten sagen, sei es das Ziel, eine "rote Null" - einen geringen Verlust - zu erwirtschaften, die im nächsten Jahr zur "schwarzen Null" werden soll. "Und ab dann soll es aufwärts gehen." Erweiterungen des Solarparks "Galgenberg" seien genossenschaftsrechtlich nicht einfach, erklärte Heinz Bergfeld auf Nachfrage. Das gelte auch für Investitionen in andere Projekte unter dem Dach der Energiegenossenschaft Solmser Land.

Das sei vielleicht in absehbarer Zeit auch nicht nötig, denn "wir haben in 2012 deutlich über den Prognosen abgeschlossen", verdeutlichte Inderthal.


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