Die Angst bekämpfen

BRUSTKREBSZENTRUM Infos über Betreuung und Strahlentherapie
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Chefarzt Wolfram Wannack (links), Psychologin Julia Weinrebe und der Gynäkologe Knut Radler haben Informationen über Brustkrebs gegeben. (Foto: Volkmar)

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Mehr als 300 Brustoperationen, davon die Hälfe wegen Brustkrebs, haben die Ärzte am Brustkrebszentrum im letzten Jahr vorgenommen. Deutschlandweit erkranken jährlich 75 000 Frauen neu an Brustkrebs. Bei über 18 000 von ihnen verläuft die Krankheit tödlich. Vor diesem Hintergrund wies Oberarzt Radler darauf hin, dass nur 45 Prozent der Frauen zur Vorsorge gingen. Dabei sei neben dem regelmäßigen Abtasten der Brust das Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Früherkennung sinnvoll, so Radler.

"Ein Tumorleiden belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele", erklärte Julia Weinrebe, Diplompsychologin am Zentrum, vor mehr als 70 Zuhörern. Jeder dritte Krebspatient nehme psychologische Begleitung in Anspruch, weitere 30 Prozent ein einmaliges Gespräch. Denn: Menschen, die die Diagnose Krebs erhalten, fallen laut Weinrebe "oft ins Uferlose". Das Leben des Betroffenen stehe vor einem gewaltigem Umbruch.

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Zur Angst wegen des Krankheitsverlaufs komme die Sorge um das persönliche Umfeld. Patienten fragten sich, wie wie Angehörige mit der Situation umgehen werden und wie es im Beruf weitergeht. Die qualifizierte Krebsbehandlung müsse deshalb die psychoonkologische Versorgung der Patienten und Angehörigen beinhalten, so Weinrebe. Die Bekämpfung der Angst als größtem Belastungsfaktor sei dabei wichtig. Denn die Erfahrung zeige, dass eine bewusst optimistische Einstellung den Behandlungserfolg meist positiv beeinflusse.

n Behandlung sollte psychologische Betreuung auch der Angehörigen einschließen

Deshalb brauche der Patient eine vertraute Person, mit der er jederzeit über Ängste sprechen kann. Wichtig sei, dass auch die Angehörigen Gespräche in Anspruch nehmen können.

"Die Strahlen genau auf den Punkt bringen - diese Sicherheit haben wir mit unseren Linear-beschleunigern", erklärte Dr. Wolfram Wannack, Chefarzt der Radiologischen Klinik, den Besuchern. Viele Krebspatienten müssten sich einer Strahlentherapie unterziehen. Moderne Technik sorge dafür, dass sich das Strahlenfeld individuell anpassen lässt. So werde der Tumor unter weitgehender Schonung des gesunden Gewebes bestrahlt. Bei brusterhaltenden Operationen sei die Bestrahlung derzeit Standard. "Langzeitstudien belegen, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Krebses von etwa einem Drittel auf bis zu zehn Prozent gesenkt werden kann", so Wannack. Dabei sollte die Bestrahlung erst beginnen, wenn die Wunde verheilt ist. "Wenn die gesamte Brust entfernt wird, muss nicht unbedingt bestrahlt werden, sinnvoll ist ein Therapie, wenn der Tumor groß war oder nicht vollständig entfernt werden konnte" so Wannack.


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