Die Spielregeln ändern ist keine Lösung

VON BIRGIT HEIMRICH

"Am dringendsten ist die Finanzwirtschaft." Das hat Robert Fischbach nach 20 Jahren an der Spitze des Kreises zum Abschied gesagt. Ohne festen Sparwillen, ohne die permanente Anstrengung, die vorhandenen Mittel noch besser und noch effektiver zum Wohle der Bürger einzusetzen, kann auch im "Leuchtturm" Marburg-Biedenkopf das Licht ganz schnell wieder ausgehen. Schöne Worte und doch Schnee von gestern, so scheint es in der CDU. Fischbach ist kaum auf dem Altenteil, da fordern die Hinterbliebenen einen Hauptamtlichen im Kreishaus. Zusätzlich zum bestehenden Personal und mit CDU-Parteibuch.

Zum Wohl der Bürger? Für besseren Service und mehr Effizienz in der Verwaltung, auf die Fischbach immer so stolz war?

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Nein, so lautet die Antwort. Ein extra CDU-Beamter auf Zeit soll her, weil sich die Partei sonst fühlt wie auf dem Abstellgleis. Als "größte Regierungsfraktion" muss sie "gestalterischen Einfluss an der Spitze" haben, sagt der Vorsitzende Thomas Schäfer. Alles andere mache keinen Sinn.

Falsch. Die CDU hat keinen Anspruch per se auf die Spitze. Durch die Direktwahl der SPD-Landrätin ist das Gefüge durcheinander geraten. Sie steht jetzt an der Spitze, neben ihr der Grüne Beigeordnete. Will die CDU dessen Posten, gibt es mehrere Möglichkeiten: 1. Sie kann seine Abwahl betreiben und ihren eigenen Mann einsetzen. Dafür ist sie aber zu schwach. 2. Die Grünen geben von alleine klein bei, McGovern tritt zurück, die Koalition wählt einen CDU-Mann an seine Stelle. Auch dafür ist die CDU zu schwach. 3. Sie gewinnt die SPD für eine große Koalition. SPD-Landrätin und CDU-Beigeordneter ziehen an einem Strang. Das wäre konsequent, verspräche Erfolg und Stabilität - genauso wie das rot-grüne Pendant übrigens auch.

Kann die CDU keine Variante erreichen, bleibt sie außen vor. Auf Biegen und Brechen und koste es was es wolle, die Spielregeln ändern zu wollen, damit Kirsten Fründt künftig mit zwei oppositionellen Hauptamtlichen die Verwaltung leitet - das kann auch die CDU nicht wollen.


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Kommentare (1)
Sehr geehrte frau Heimrich,
ich stimme Ihnen inhaltlich voll zu- mit einigen Anmerkungen:
Der ehemalige Landrat ist schon noch im "Postenreservieren " nicht untätig für das Altenteil, siehe EON .....So kann manm a
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