"Gelbe Karte" für Fehlverhalten warnt deutlich

PRO POLIZEI Polizeipräsident Manfred Schweizer stellte in Wetzlar Präventionsprojekt vor

Manfred Schweizer (Mitte) berichtete über die "Gelbe Karte". Pro- Polizei-Geschäftsführer Matthias Hundertmark (links) und Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer begrüßten ihn. (Foto: Ewert)

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Dieses ist seit April 2011 im Landkreis Gießen im Einsatz. Schweizer lobte die Gelbe Karte als ein gutes und erfolgreiches Präventionsprojekt.

Zielgruppe sind Führerscheinbewerber und Fahranfänger, die straffällig werden. Dieser Gruppe die Fahrerlaubnis zu entziehen oder deren Erwerb teils deutlich hinauszuzögern, ist laut Schweizer ein wirkungsvolles Mittel, Einfluss auf ihr Verhalten nicht nur im Straßenverkehr zu nehmen. "Denn Entzug oder Verweigerung der Fahrerlaubnis ist gerade in dieser Altersstufe mit einem großen Imageverlust verbunden und beraubt sie eines Teils ihrer doch grundsätzlich so wichtigen Mobilität", stellte der Polizeipräsident fest.

n Rückfallquote ist sehr gering

Die "Gelbe Karte" solle es für Leute geben, die beispielsweise durch Alkoholmissbrauch, durch Gewalt- und Rohheitsdelikte, Drogenmissbrauch auch außerhalb des Straßenverkehrs aktenkundig werden.

Im Landkreis Gießen hat die Polizei von April 2011 bis November 2012 genau 311 Meldungen an die Fahrerlaubnisbehörde beim Kreis erstattet. Davon waren 143 Fahrerlaubnisinhaber und 168 Fahrerlaubnisbewerber betroffen. 103 Mal lag Fahren ohne Fahrerlaubnis vor, 156 Mal Besitz und Gebrauch von Drogen und 52 Mal waren Rohheitsdelikte der Grund. In 139 Fällen hat die Fahrerlaubnisbehörde die "Gelbe Karte" gezeigt, also deutlich gemacht, dass beim nächsten Mal der Führerschein weg ist. In 132 Fällen laufe derzeit die Prüfung noch.

Die Tatsache, dass es nur in fünf Fällen nach Zeigen der "Gelben Karte" zu Rückfällen gekommen sei, dokumentiere laut Schweizer die positive Wirkung der "Gelben Karte" in Sachen Gewaltprävention und Hebung der Verkehrssicherheit.


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