Geschichte zum Hit erzählen

Moderator Martin Hecht aus Herborn hat ein Buch geschrieben
Radiomoderator Martin Hecht hat ein Buch über Musik geschrieben. (Foto: Wessolowski)

Oder, dass die Band "Aerosmith" erst 25 Jahre nach ihrem ersten Hit eine Nummer-Eins-Single mit "I don’t want to miss a thing" hatte?

"Es ist nicht schlimm, wenn Sie es nicht wissen, aber jetzt, da Sie es wissen, werden Sie, wann immer Sie dieses Lied hören, daran denken", weiß Martin Hecht.

Mit Bruce Springsteen auf der Treppe sitzend ein Bier getrunken

Gute hundert Kurzgeschichten hat der in Herborn lebende Moderator im Buch "Jukebox Heroes – Pop-Stories zu Welthits" veröffentlicht. Manche sind persönliche Erlebnisse, andere sind Hintergrund-Informationen, die er zur Vorbereitung auf Sendungen bei Radio FFH und "Harmony.fm" gesammelt hat. Seine Recherche beginnt fernab von "Google" und "Wikipedia" im Netz.

"Ich stehe in Kontakt mit einem tollen Buchladen in New York und dort finde ich immer neue Quellen, neue Hintergründe und Geschichten", sagt Hecht. Er vertraue mehr auf das Gedruckte, es erscheint ihm glaubwürdiger, erklärt er.

Obwohl das Radio ein flüchtiges Medium ist, hat Hecht schon immer Wert darauf gelegt, nicht nur Musik anzusagen, sondern etwas über die Künstler und die Lieder zu vermitteln. "In dem Buch geht es um unsere Musik, die uns täglich begleitet, beschwingt und inspiriert. Musik ist ein Stück Lebensqualität für mich", sagt er. Hinzu kommt, dass Martin Hecht viele große Künstler selbst interviewt oder getroffen hat.

Da er durch seine Zeit im Ausland schon früh gut Englisch sprach, war er oft derjenige, der die Stars am Mikrofon befragte. "Es gab Stars, die nur noch von mir interviewt werden wollten", sagt Hecht. Bruce Springsteen hat er einmal abseits eines Presseempfangs auf einer Treppe im Foyer getroffen, ein Bier in der Hand. Hecht holte sich auch eins und setze sich dazu. "Ich habe nicht gewagt, ein Tonbandgerät rauszuholen, Smartphones gab es ja noch nicht. So habe ich mir vieles vom Gespräch eingeprägt. Wir haben eine Stunde gequatscht", erinnert sich Martin Hecht. Wenn er den Stars nahe kam, konnte er danach viel erzählen – aber auch schweigen. Die Geschichte zum Beispiel, dass Gloria Gaynor ("I will survive") nach einem Konzert im Interview eine klobige Brille aufsetzte, behielt er , wie versprochen, jahrelang für sich – und hat die Anekdoten erstmals und mit offizieller Erlaubnis 35 Jahre später in dem Buch erwähnt.

Und das wäre beinahe nicht erschienen: Bei der ersten Kontaktaufnahme des Verlegers mit Martin Hecht ("Ich möchte mit Ihnen über ein Buchprojekt sprechen") wiegelte der Herborner die schriftliche Anfrage ab.

"Es gibt einen Martin Hecht, der Buchautor ist, und ich hielt die Anfrage für einen Irrläufer", erinnert er sich lachend. Nachdem das Missverständnis aus der Welt geräumt war, freute sich Hecht sehr über die Chance, seine Geschichten so gebündelt und ausführlich zu erzählen, wie es im Radio nicht möglich ist. Die Geschichten zu den Liedern reichen von den 50er Jahren bis in die 80er und 90er. Erzählen die neuen Songs keine schönen Geschichten?

"Doch natürlich. Aber wenn die Leute dieses Buch mögen, muss es ja noch Stoff für eine Fortsetzung geben...", sagt Hecht schmunzelnd.

"Jukebox Heroes" (ISBN: 978-3-981-05649-5), Martin Hecht , 12,50 Euro, Region-Verlag Dieter Kindel

(Foto: Wessolowski)


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