Kopten weihen Bischof Michael

AMTSEINFÜHRUNG Gläubige bejubeln in Kröffelbach Wahl des Erzmönchspriesters
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Der neu ernannte Bischof Michael (links) nahm die Glückwünsche seiner Glaubensbrüder entgegen.

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Die zweieinhalbstündige Zeremonie in der Kirche des Kröffelbacher Klosters, zu der 500 Menschen gekommen waren, hielten die Gläubigen mit Kameras in Film und Foto fest.

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Die koptische Kirche war aus diesem besonderen Anlass festlich mit Blumen und Girlanden geschmückt. Es roch nach Weihrauch, und hunderte Gläubige und Gäste aus aller Welt waren gekommen, um dieses Ereignis selbst zu erleben.

Die Zeremonie wurde über mehrere Kameras auf Leinwände in der Kirche und live auch nach Ägypten und Syrien übertragen.

Die Hauptperson, Bischof Michael El Baramousy, ist ein unscheinbarer, kleiner Mann mit weißem Bart und einer Brille. Er gilt als sehr bescheiden und freundlich.

An diesem Tag trug er ein prachtvolles, weißes und rotes Gewand mit Stickereien und Goldbesatz, das auf sein neues Amt hinwies. Während der feierlichen Zeremonie machten die Gläubigen mit Handys und Kameras Bilder und Filme, ein ständiges Blitzlichtgewitter erhellte die Kirche.

Bei der Zeremonie waren zwölf Bischöfe der koptischen Kirche dabei, die teilweise eigens aus Ägypten oder auch dem Sudan anreisten. Sie trugen schwarze Gewänder mit Kopfbedeckung und verlasen im Gottesdienst die Ernennungsrolle von Papst Tawadros.

Währenddessen unterschrieben sie der Reihe nach dieses Papier als Zeichen der Zustimmung zur Wahl. Immer wieder wurden die Ansprachen durch Jubelrufe und den Applaus der Gläubigen unterbrochen.

Danach betrat Amba (Bischof) Michael stufenweise den erhöhten Bischofsstuhl, der sich auf der linken Seite der Kirche befindet. Wohltönender, lang andauernder Gesang begleitete ihn.

Bischof Arsany aus Holland, der selbst gerade erst Bischof wurde, erinnerte sich an die gemeinsame Zeit mit Michael im Kloster und sprach ihm sein Zutrauen aus. Er sei ein Mann der Tat und könne sicherlich noch viel bewirken.

Bischof Damian, der für den Norden Deutschlands zuständig ist, sprach von der "Würde und Bürde", die dieses Amt mit sich bringe. Aber auch er glaube an Bischof Michael und freue sich auf die Zusammenarbeit. El Baramousy habe bereits für den Bau der koptischen Kirche in Kröffelbach mit drei Gebäuden und der theologischen Schule gesorgt. Gläubige aus ganz Europa kämen gern nach Kröffelbach und würden freundlich aufgenommen und versorgt. Gott sei mit Bischof Michael.

Der Waldsolmser Bürgermeister Bernd Heine war mit dem Kröffelbacher Ortsvorsteher Burkhard Döpp gekommen. "Ich bin überwältigt!", sagte Heine. Die Zeremonie habe ihn sehr beeindruckt. Papst Tawadros habe die richtige Wahl getroffen. Heine dankte für die stets gute Zusammenarbeit mit den koptischen Christen in Kröffelbach. Seine Worte gingen im Jubel der anwesenden Gläubigen unter.

Zuletzt ergriff Bischof Michael selbst das Wort. Er erhob sich von seinem Bischofsstuhl und dankte allen, die den Tag mit ihm verbracht hatten und bat um ihre Gebete, um in dem Amt viel bewirken zu können. Er sei ein Diener Gottes und lebe in Kröffelbach glücklich und zufrieden.

n Aus Ägypten, dem Sudan und ganz Europa zur Zeremonie angereist

Sein bisheriges Lebenswerk gründe auf seinem unerschütterlichen Glauben. Seine Kirche sei auf einem Fels gebaut und deshalb ebenfalls unerschütterlich.

Der bescheidene Mann sagte, er habe schon viel erreicht, aber das sei noch immer nicht genug. Er bedauerte die aktuellen Ereignisse in Ägypten und rief seine Gläubigen auf, an ihrem unerschütterlichen Glauben in diesen schweren Zeiten festzuhalten. Zum Schluss sagte er, er wolle keinen Dank für sein Tun, denn Gott würde ihn dafür belohnen. Wieder ertönten Applaus und Jubel. Am Ende der zweieinhalbstündigen Zeremonie verließ er mit den Bischöfen und ihren Begleitern die Kirche, um gemeinsam zu Essen.


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