Kundin in Sparkasse eingesperrt

NOTRUF Gladenbacherin muss unfreiwillig in Bank ausharren / Polizei fährt vorbei

Im Vorraum der Gladenbacher Sparkasse war eine Kundin eingesperrt. (Foto: Janssen-Mignon)

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Was war passiert: Gegen 16.35 betrat die Gladenbacherin die Sparkassenfiliale am Marktplatz, um sich ihre Kontoauszüge am Automaten im Vorraum des Geldinstituts zu ziehen. Die Tür zum Hauptraum sei geschlossen gewesen, und auch die Jalousien hätten den Blick nach innen versperrt. Als die Kundin zwei Minuten später die Filiale verlassen wollte, hätte sich die Glastür nach draußen nicht mehr geöffnet. "Da habe ich den Notruf 110 angerufen, und die Polizei in Biedenkopf sagte mir, sie würden etwas unternehmen. Als nach 20 Minuten nichts passiert war, habe ich meine Tochter angerufen und ihr meine Lage geschildert", erklärte die Gladenbacherin. Mittlerweile sei es in dem Vorraum auf Grund der warmen Belüftung sehr heiß geworden, und die Eingeschlossene befürchtete, in Ohnmacht zu fallen. Sie habe dann eine Polizeistreife gesehen, die an der Sparkasse vorbeigefahren sei. "Aber mehr ist nicht passiert."

Der Leiter der Polizei in Biedenkopf, Detlef Reckewell, bestätigte auf Anfrage, dass eine Streife vor Ort war. "Im Protokoll ist vermerkt, dass die Streife aber niemanden gesehen hätte. Es wäre doch ein Leichtes für uns gewesen, zu helfen. Denn normalerweise kann man Personen hinter der Glastür sehen. Es tut uns leid, wenn die Frau so etwas länger in der misslichen Lage verharren musste. Das hätten die Kollegen vor Ort beschleunigen können, wenn sie sie gesehen hätten", erklärte Reckewell und spricht von einem unglücklichen Umstand.

Auch der zu dem Zeitpunkt diensthabende Beamte erklärte, dass man etwa 15 bis 20 Minuten nach dem Notruf vor Ort war und niemanden gesehen habe. "Sonst hätten wir natürlich geholfen", so der Beamte.

Schließlich habe die Gladenbacherin ihre Tochter gegen 17 Uhr in Südhessen per Handy erreicht, die wiederum einen Bekannten der Freiwilligen Feuerwehr Gladenbach verständigt hat. "Der kam auch schnell vorbei und hat über den Leiter der Sparkasse Hilfe geholt, die mich aus dem Vorraum herausgeholt haben."

n Verkettung von Umständen

Auch Michael Rombach von der Sparkasse bedauert den Vorfall sehr. Die Kundin habe sich um die Schließungszeit der Bank um 16.30 Uhr im Vorraum aufgehalten und eine Kollegin hätte die innere Glastür geschlossen. Als sie einige Minuten später noch mal nachschaute, habe sie die Gladenbacherin nicht mehr wahrgenommen und so auch die äußere Tür geschlossen. Auch die warme Belüftung wäre kurze Zeit nach der offiziellen Schließung ausgegangen.

"So ist es zu der unglücklichen Situation gekommen. Wir werden aber künftig noch genauer schauen, ob sich noch Kunden in dem Bereich aufhalten. Eine Gefahr hat für die Kundin aber nicht bestanden", erklärte Rombach und bestätigte, dass der Filialleiter eine Kollegin zur Sparkasse geschickt habe, die dann mit dem Reinigungspersonal die 66-Jährige aus ihrer misslichen Lage befreit hätten. Als kleine Entschädigung habe man der Kundin nun einen Blumengruß zu Valentin geschickt.


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