Lachmuskeln strapaziert

COMEDY Alltagsbeobachter erzählt vom "Yoga-Gulag"
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Bodo Bach bringt in seinem Bühnenprogramm auf den Punkt, was andere denken. Gerade das beschert dem Komiker seinen direkten Draht zum Publikum.

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Egal ob Probleme mit der lieben Schwiegermutter, das kleine Bäuchlein, das sich unter dem Pulli wölbt, oder das gesteigerte Dekorationsbedürfnis seiner Frau Gerda in den heimischen vier Wänden - Bachs Bühne ist der Alltag: Themen, die jeder aus der eigenen Erfahrung kennt und zu denen jeder seine Meinung hat.

Und mit der hält der Komiker in seinem Programm nicht hinterm Berg. Da wird der quälende Kuraufenthalt zum "Yoga-Gulag", das Fitness-Studio mutiert zur "Biceps-Plantage" und Inneneinrichterin Tine Wittler wird zum "Dekosaurus Rex von RTL".

Genau das macht den Offenbacher so sympathisch und authentisch: Als scharfsinnig beobachtender Stammtisch-Poet fasst er in Worte, was alle anderen schon immer so gedacht haben. Oder welches gestandene Mannsbild würde ihm widersprechen wollen, dass die drei wichtigsten Zutaten für eine glückliche Ehe nicht Liebe, Treue und ein Zweitfernseher sind oder das Klo das unbestrittene Königreich eines Mannes ist?

Bach bringt seine Beobachtungen mit witzigem Charme auf den Punkt und beschert seinen Zuschauern so ein seliges Dauergrinsen. Dank Bach verlieren somit selbst bittere Pillen wie Antibiotika im Hühnerstall ihren Schrecken - schließlich kann es ja durchaus schmackhaft sein, die nächste Erkältung mit einem halben Hähnchen zu kurieren. Und warum nicht mal so kreativ sein und Opas Grab als Gemüsebeet nutzen? Da bekäme dann das Sprichwort "Sich die Radieschen von unten anschauen" auch eine ganz neue Bedeutung.

n Auch die nicht mehr ganz frischen Vorhänge im Saal werden in Sketche eingebaut

Neben seinen bissigen Kommentaren und dem direkten Draht zum Publikum macht aber auch Bachs Spontaneität einen großen Teil seines Erfolgs aus.

Gähnende Zuschauer in der ersten Reihe oder die nicht mehr ganz taufrischen Vorhänge im Haus des Gastes sind für den Offenbacher ein willkommenes Fressen, mit dem sich der Abend noch weiter auflockern lässt.

Am Ende des kurzweiligen Programms, in dem Bach gedanklich von der eigenen Kindheit bis zum vorhergesagten Weltuntergang am 21. Dezember reiste, konnte denn auf die Frage "...und, wie war ich?" nur eine Antwort stehen: Einfach herrlich!


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