Libysche Regierung lehnt Soldaten aus Europa ab

Treffen mit Merkel in Berlin
Auf der Flucht
Libyen gehört zu den wichtigsten Transitländern für Migranten auf dem Weg nach Europa. Foto: Stringer
Angela Merkel und Fajis al-Sarradsch
Angela Merkel empfängt den Libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch mit militärischen Ehren in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini
Bild 1 von 2

Macron hatte angesichts von Berichten über «Sklavenauktionen» in Libyen Ende November erklärt, die EU und die Afrikanische Union planten konkrete Militär- und Polizeieinsätze, um diese Menschen zu befreien. Der US-Fernsehsender CNN hatte zuvor Aufnahmen mit versteckter Kamera veröffentlicht, die zeigen sollen, wie Flüchtlinge aus Nigeria in Libyen als Sklaven verkauft wurden.

Nach Angaben von Al-Sarradsch leben aktuell 20.000 Menschen in 42 libyschen Flüchtlingslagern, «die dem Innenministerium zugeordnet sind. Dort sei man offen für die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Außerhalb dieser Lager lebten aber noch mehr als 500.000 weitere Flüchtlinge «unter schlechten humanitären Bedingungen».

Die von Deutschland anerkannte Regierung hat kaum Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis hinaus. Libyen ist Haupttransitland für Migranten, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Merkel sagte, sie habe Al-Sarradsch darum gebeten, «dass die Schiffe, die in der Seenotrettung beschäftigt sind, nicht bedroht werden». Ein Flüchtlingsrettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms war im August nach Angaben der Helfer im Mittelmeer von der libyschen Küstenwache mit Warnschüssen bedrängt worden.

Merkel sagte, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sollten zu Flüchtlingslagern auch in Gebieten, auf die Al-Sarradschs Regierung «Zugriff hat», «noch mehr Zugang» erhalten. Merkel und der libysche Regierungschef sprachen sich beide für eine verstärkte Rückführung von Migranten aus Libyen in ihre Herkunftsländer aus. IOM hat seit Jahresbeginn mehr als 8800 Migranten geholfen, von Libyen in ihre Heimat zurückzukehren. Die meisten von ihnen stammten aus Nigeria und Gambia.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Kommentare (0)
Mehr aus Politik und Zeitgeschehen: Nachrichten