Mehr als nur ein Neuanstrich

KREISTIERHEIM Spendenaktion für Hundehaus / Renovierung kostet 250 000 Euro
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Zu schmal: Geschäftsführer Robert Neureuther zeigt wie eng es in den Hundezwingern ist. (Foto: B. Schönig)

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Eigentlich müsste man die ganze Anlage abreißen und das Hundehaus von Grund auf neu bauen, stellt der Leiter des Kreistierheims, Robert Neureuther, fest. Das wäre vermutlich um einiges billiger, als die vorhandenen Zwinger zu sanieren. Aber leider sei das nicht möglich.

n Die Kacheln am Boden brechen ab, es zieht, und die Zwinger sind viel zu klein

Die Zwingeranlage des Tierheims wurde vor 25 Jahren gebaut, und das Alter sieht man der Einrichtung nicht nur an, weil die Fußbodenkacheln abbrechen und Zugluft den Innenraum frostig kalt werden lässt. Nein, die Zwinger sind zwar lang, aber viel zu schmal, so dass die Hunde darin nicht vernünftig umherlaufen können, erklärt Neureuther. Für einen großen Hund sollten mindestens zehn Quadratmeter Zwingerfläche vorhanden sein. Außerdem besitzen moderne Einrichtungen heute Hundezimmer und keine Hundezwinger.

"Hier haben wir ein Feuchtbiotop", sagt er und deutet auf eine der zahlreichen Ecken, in denen das Wasser unter die Kacheln in Putz und Beton läuft. Es würde auch nicht viel nützen, die Trennwände einzureißen und zwei Zwinger zu einem zu machen, denn dann könnte das Tierheim nicht mehr genug Hunde unterbringen.

Viele Fundtiere durchlaufen das Kreistierheim. Und obgleich die Einrichtung aufgrund gelungener Vermittlungsarbeit aktuell nur 25 Hunde beherbergt, arbeite man ja für den gesamten Landkreis, gibt Neureuther zu bedenken.

"Wir sollten eigentlich nur eine Übergangslösung sein", erklärt Regina Linda, Vorsitzende des Unterstützervereins. Tatsächlich hat das Kreistierheim aber auch so genannte Langzeitinsassen, das sind Hunde, die zumeist aufgrund ihrer Rasse, ihrer Verhaltensauffälligkeiten, ihres Alters oder auch wegen einer Krankheit nicht so schnell Interessenten finden. Mit diesen Alteingesessenen arbeitet das Tierheimteam regelmäßig, um ihre Chancen auf Vermittlung zu erhöhen. Trotzdem sollten die Hunde langfristig adäquat untergebracht werden und in den Zwingern auch Ruhe finden können. An Ruhe ist derzeit nicht zu denken, die Geräuschkulisse ist enorm, selbst wenn nicht alle Zwinger belegt sind.

Rund 250 000 Euro kostet allein die Sanierung der alten Anlage, sagt  Neureuther. Die Renovierung soll in mehreren Schritten langsam angegangen werden. Das Tierheim und der Verein können diese Kosten nicht alleine schultern, deswegen wird jetzt  eine neue Spendensammelaktion gestartet, erklärt der Geschäftsführer.

Kleine, bedruckte Hundehäuschen werden als Sammelboxen bei lokalen Firmen aufgestellt, die sich bereit erklärt haben, das Tierheim auf diese Weise zu unterstützen. Drei Stück sind schon platziert. Jetzt hofft das Tierheim auf weitere Firmen, die entweder  Sammelboxen spendieren (zu 25 Euro pro Stück) oder sie bei sich aufstellen, sowie auf die Hilfe vieler Bürger. Wenn ganz viele Menschen aus dem Landkreis nur je einen Euro geben würden, wäre dem Tierheim schon sehr geholfen, sagt Neureuther. Und sollte sich gar ein großer Spender finden, hätte er auch kein Problem damit, das neue Hundehaus nach ihm oder ihr zu benennen.


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