Polizei hebt Waffenarsenal in der Wäschekammer aus

PROZESS 52-jähriger Solmser zu Haftstrafe verurteilt

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung hatte die Wetzlarer Polizei im vergangenen Sommer neben einer Maschinenpistole noch drei Gewehre, elf Revolver und Pistolen sowie über 600 Schuss Munition aufgefunden.

Die Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Als "spürbare Sanktion" muss der selbstständige Handwerksmeister 500 Euro Geldbuße zahlen, die das Gericht an eine gemeinnützige Organisation weiterleiten wird. Dabei hätte das Urteil, wie Vorsitzender Richter Harald Wack anmerkte, noch durchaus höher ausfallen können, weil allein für den Besitz der aufgefundenen Kalaschnikow - einem vollautomatischen Sturmgewehr - der Gesetzgeber wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz eine Mindeststrafe von einem Jahr vorsieht. Aber auch die anderen Waffen stellten laut Staatsanwaltschaft und Gericht "ein erhebliches Gefährdungspotenzial" dar.

n Vom Vater geerbt

Die Polizei hatte die zum Teil großkalibrigen Waffen und die große Menge Munition nach einem Hinweis im Büro und in der Wäschekammer des Wohnhauses in Solms gefunden und sichergestellt. Die Räume waren laut Polizeibericht zwar abgeschlossen, Waffen und Munition lagerten allerdings nicht in gesetzlich vorgeschriebenen Tresoren.

Äußerst angespannt und nervös präsentierte sich der von seiner Ehefrau getrennt lebende und in finanziellen Nöten steckende Angeklagte. Er zeigte sich reumütig und geständig. Sämtliche Waffen und Munition will er von seinem vor fast einem Jahrzehnt verstorbenen Vater geerbt haben. Allerdings habe er versäumt, eine waffenrechtliche Erlaubnis einzuholen. Da der Familienvater nicht einschlägig vorbestraft war, folgte das Gericht der Forderungen der Staatsanwaltschaft auf Verhängung einer 18-monatigen Bewährungsstrafe. "Lassen Sie künftig die Finger von Waffen", gab Richter Wack dem Angeklagten einen Rat mit auf den Nachhauseweg. In Absprache mit seinem Verteidiger Thomas Keul (Wetzlar) akzeptierte der Solmser das Urteil noch im Gerichtssaal, was somit Rechtskraft erlangte.


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