Routinier ist heiß auf den Titel

Begemann erreicht Achtelfinale der Wetzlar Open / Lenz‘ langer Kampf wird belohnt
Eine Siegesfaust zum Einzug ins Achtelfinale zeigt der 19-jährige Julian Lenz. (Fotos: Schneider)
André Begemann aus Tiefenbach will den Turniersieg. Im Hauptfeld zeigt er, dass mit ihm zu rechnen ist.
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Für Lenz war die Partie im Bodenfeld eine Art Heimspiel. Während der Woche trainiert er häufig auf dem Gelände des TC Wetzlar – allerdings nicht mehr lang. Denn der Abiturient hat ein Stipendium für die Universität von Baylor (Texas) bekommen. "Dort werde ich etwas in Richtung Business studieren – aber vor allem Tennis spielen", sagt er. Aus der Heimat ruhmreich verabschieden könnte er sich mit dem Titelgewinn der Wetzlar Open. Heute erwartet ihn ab 13 Uhr im Achtelfinale der Chilene Laslo Urrutia Fuentes.

Ambitionen auf den Turniergewinn hat allerdings auch der 28-jährige Routinier André Begemann. Der Wahl-Tiefenbacher, der vor fünf Jahren in den Braunfelser Stadtteil zog, hatte leichtes Spiel gegen Philipp Hessler aus Alten-Buseck. Mit 6:0 und 6:1 schickte die ehemalige Nummer 166 der Welt den 19-Jährigen vom Platz. Ob er bei dieser kurzen Partie überhaupt ins Schwitzen gekommen ist? "Ich würde sogar schwitzen, wenn ich gegen meine Oma spielen würde", sagt er lachend und zeigt auf seine nasse Hose. Mittlerweile liegt der gebürtige Lemgoer auf Platz 375 in der Welt. Das soll sich ändern. Punkte sollen her, auch hier in Wetzlar. "Ich bin gekommen, um zu siegen", verspricht er augenzwinkernd.

Geheimfavorit Struff besiegt den angeschlagenen Alonso de Pedro haushoch

Geheimfavorit auf den Gewinn des mit 10 000 Dollar dotierten Turniers ist laut Turnierleiter Radek Zahraj Jan-Lennard Struff (Suttrop). Dieser Rolle wurde der 19-Jährige gerecht. Den ersten Satz gewann Struff mit 6:0 gegen Enrico Alonso de Pedro (Frankfurt). Im zweiten gab Alonso de Pedro verletzungsbedingt beim Stand von 3:0 für Struff auf. Das Markenzeichen des Suttropers: die verkehrt aufgesetzte Kappe, durch unweigerlich an Tennisprofi Mark-Kevin Göllner erinnert. Das sei keine Absicht, betont Struff. "Ich spiele immer mit verkehrt herum aufgesetzter Kappe, damit mir die Haare nicht ins Gesicht fallen." Vor wenigen Tagen hat er noch den international besetzten Apano-Cup in Dortmund gewonnen. Nervös ist er vor Spielen dennoch ein wenig. "Früher habe ich vorher deshalb immer Musik gehört, das mache ich aber mittlerweile nicht mehr."

Im hessisch besetzten Topspiel des Tages trafen der 26-jährige Vorjahressieger Steven Moneke (Kronberg) und der acht Jahre jüngere Jannis Kahlke aus Marburg aufeinander. Der Titelverteidiger besiegte das junge Talent mit 6:4 und 6:2.

Im Doppel schafften den Sprung ins Viertelfinale André Begemann, der gemeinsam mit dem Mexikaner Alejandro Moreno Figueroa das Duo Sascha Bilek (Cham)/Oskar Männer (Burghausen) mit 6:1 und 6:2 besiegte. Außerdem dabei: die Mexikaner Miguel-Angel Reyes-Varela und Bruno Rodriguez. Sie setzten sich gegen Philipp Hessler und Michael Vetter (Marburg) durch (6:0, 6:2).

Im heutigen Topspiel kämpfen André Begemann und Ralph Regus (Hannover) nach 17 Uhr um den Einzug ins Viertelfinale. Im Anschluss an die Spiele folgt ab etwa 20 Uhr die Players‘ Night.

Die Ergebnisse, Hauptfeld: Julian Menz (Bad Homburg) – Enrique Lopez-Perez (Spanien) 6:7, 6:4, 6:3, Franck Pepe (Frankreich) – Dominik Schulz (Großhesselohe) 3:6, 6:3, 2:6, Tim Nekic (Wilhelmshaven) – Matthias Kolbe (Hartenholm) 6:4, 6:1, Laslo Urrutia Fuentes (Chile) – Yannick Staschen (Obenstroh) 6:1, 6:3, André Begemann (Lemgo) – Philipp Hessler (Alten-Buseck) 6:0, 6:1, Enrico Alonso de Pedro (Frankfurt) – Jan-Lennard Struff (Suttrop) 0:6, 0:3, Alejandro Moreno Gigueroa (Mexiko) – Bruno Rodriguez (Mexiko) 0:6, 4:6, Rameez Junaid (Australien) – Miguel-Angel Reyes-Varela (Mexiko) 6:2, 3:6, 6:2, Tim Pütz (Frankfurt) – Matthias Wunner (Weilersbach) 6:2, 3:6, 6:3, Dominik Bartels (Hannover) – Marvin Netuschil (Hamm) 6:7, 1:6, Ralph Regus (Hannover) – Vincent Jänsch-Müller (Stadthagen) 6:3, 6:2, Blaz Seric (Kroatien) – Sami Reinwein (Pforzheim) 3:6, 3:6, Jannis Kahlke (Köln) – Steven Moneke (Kronberg) 4:6, 2:6, Pablo Galdon (Argentinien) – Kim Möllers (Dorsten) 4:6, 6:4, 6:2, Maik Burlage (Hannover) – Philipp Dittmer (Nürnberg) 6:1, 3:6, 1:6, Juan-Sebastian Vivanco (Ecuador) – Milien Ianakiev (Elz) 6:2, 6:1. – Doppel: Philipp Hessler/Michael Vetter (Alten-Buseck/Marburg) – Miguel-Angel Reyes-Varela/Bruno Rodriguez (Mexiko) 0:6, 2:6, André Begemann/Alejandro Moreno Fugueroa (Lemgo/Mexiko) – Sascha Bilek/Oskar Männer ((Cham/Burghausen) 6:1, 6:2.


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