Sprechen will gelernt sein

AUSZEICHNUNG Familienhaus "maia" ist Konsultations-Kita
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Bewegung ist eine Möglichkeit, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen und sie zu begreifen, wie das Foto aus der "maia"-Dokumentation zeigt: Der Junge murmelt die Worte "Rolle, rolle, rolle" vor sich hin und rollt dabei den Ball.

(Foto: Evangelisches Kinder- und Familienhaus maia)

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Nur rund 120 Einrichtungen in ganz Deutschland seien bislang Konsultations-Kindertagesstätte, erläuterte Petra Best vom Deutschen Jugendinstitut. In Hessen haben lediglich drei evangelische Kindergärten in Allendorf/Eder, in Battenfeld und in Gießen das DJI-Sprachförderkonzept erfolgreich abgeschlossen, sagte sie während der kleinen Feierstunde zum Ende der Qualifizierungsphase.

n Pädagogische Fachkräfte wurden in zwei Jahren qualifiziert

Als Multiplikatorin hat Gerda Wied-Glandorf fast zwei Jahr lang pädagogische Fachkräfte aus den Krippen- und Regelgruppen der Einrichtung qualifiziert. Mit Özlem Horuz und Natscha Riehl hat das Kinder- und Familienhaus nun zwei Sprachexpertinnen, die andere interessierte Einrichtungen ausführlich über das Konzept informieren und Hospitationen in den "maia"-Krippengruppen fachlich begleiten.

"Sprachliche Bildung für Kinder unter drei Jahren haben wir auch vor unserer Qualifizierung umgesetzt", erklärte "maia"-Leiterin Christine Kalb - unverzichtbar in der Einrichtung, in der rund 40 Prozent der etwa 200 Kinder einen Migrationshintergrund haben: "Aber mit dem zusätzlichen theoretischen Wissen, der angeleiteten praktischen Umsetzung und der zusätzlichen Fachkraft für Sprachbegleitung ist dieser Bildungsbereich zu einem neuen Schwerpunkt geworden."

Das DJI-Konzept lasse sich bestens in das pädagogische Gesamtkonzept und den pädagogischen Alltag integrieren, sagte Christine Kalb: "Prozesse wie unser Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren und unsere Formen der Zusammenarbeit mit dem Team und mit den Eltern lassen sich so noch professioneller gestalten." Es geht also vor allem darum, die Sprache beziehungsweise die sprachlichen Fortschritte als Teil der kindlichen Gesamtentwicklung zu beobachten, richtig einzuschätzen und zu dokumentieren. Bewegungsspiele und Lieder oder das Singen und Bewegen im Morgenkreis sind Beispiele für dieses "alltagsintegrierte Arbeiten", erläuterten Özlem Horuz und Natascha Riehl.

Immer wieder im üblichen Tagesablauf tauchen Situationen auf, die sie nun mit anderen Augen zu sehen und einschätzen gelernt haben - meist sind es Sinneseindrücke, so bei dem Kind, das "Rolle-rolle-rolle..." vor sich hinspricht, während es einen großen Ball vor sich herrollt. Ein anderes Beispiel kann das Sandkuchen-Backen sein, wenn das Kind zugleich tastet, fühlt und beschreibt, was es sich dabei vorstellt.

Natürlich bleiben die Eltern dabei nicht außen vor. Die "maia"-Erzieherinnen erläutern und diskutieren im Rahmen von Entwicklungsgesprächen, die auch auf Video dokumentierten Beobachtungen und bieten Elternnachmittage beziehungsweise Info-Veranstaltungen zum Thema Sprachentwicklung an.

n Mitarbeiterteams aus anderen Kindertagesstätten, die sich über die Qualifizierungsoffensive "Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter drei Jahren" informieren möchten, können sich bei "maia"-Leiterin Christine Kalb unter der Rufnummer & (0 64 65) 70 10 melden.


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