Steffenberg will ab 2013 weiter sparen

KONZEPT Alles wird überprüft

Nicht nur Salz will die Gemeinde Steffenberg sparen, es soll auch weniger Schnee geschoben werden. (Foto: Valentin)

Wo will man in einer Gemeinde den Rotstift ansetzen, die sich gerade einmal sogenannte freiwillige Leistungen mit einem Prozentsatz von 1,18 in Bezug zu den Gesamtaufwendungen leistet? Und trotzdem ist der Bürgermeister als Kämmerer verpflichtet, ein sogenanntes Haushaltssicherungskonzept vorzulegen. Darin werden nicht nur diese freiwilligen Leistungen dargestellt, Peter Pfingst (parteilos) hat auch ein paar Maßnahmen aufgelistet, bei denen man tatsächlich ein wenig sparsamer sein könnte. Setzt man aber seine Bemühungen dem Defizit von rund 942 000 Euro entgegen, bestätigt sich seine Einschätzung aus der Haushaltsrede, dass es vor allem die Einflüsse von außen sind, die die Kommune einschränken.

Ein Minus bei der Gewerbesteuer von rund 720 000 Euro schmerzt eine solch kleine Kommune erheblich. Jede Firmenverlagerung oder Schließung macht sich im kommunalen Haushalt gleich ganz besonders bemerkbar und schmälert die alle denkbaren Investitionsmöglichkeiten.

Im Haushaltsicherungskonzept, das im Rahmen der nun anstehenden Beratungen des Etats für 2013 ebenfalls zur Sprache kommen wird, gibt es zum einen Einsparwünsche ohne klar definierten Geldbetrag, zum anderen durchaus greifbare Zahlen.

Verträge für Versicherungen, Telefone und Handys werden überprüft

Dazu gehört unter anderem eine Reduzierung der Sach- und Dienstleistungen. Rund 30 000 Euro sollen so jährlich zusammen kommen. Etwa 3650 Euro will die Verwaltung einsparen, indem sie Tarifverträge für Handys und Telefone ändert.

Beim Büromaterial sollen in 2013 rund 7000 Euro weniger ausgegeben werden, für 2014/15 sind je 10 000 Euro vorgesehen. Die Reduzierung der Versicherungen auf das Notwendigste sollen in 2013 Einsparungen von 3800 Euro, danach jährlich von 7800 Euro bringen.

Um einen Betrag von 35 000 Euro könnte der Gemeindehaushalt jährlich entlastet werden, wenn das Freibad Niedereisenhausen von einem Trägerverein übernommen würde. Die angepeilte Ausweitung der Zusammenarbeit mit der Verwaltung in Angelburg soll jährliche Ersparnisse von rund 16 600 Euro bringen. Die Kündigung der Mitgliedschaft im Zweckverband interkommunale Zusammenarbeit Hinterland spart ab 2014 ganze 4000 Euro pro Jahr. Eine Kündigung der Mitgliedschaft beim Verband Kita3K würde jährlich weitere 4000 Euro einsparen.

Gewerbesteuer und Grundsteuer B könnten weiter steigen 

Zu den nicht mit einem Wert bezifferten Maßnahmen gehören unter anderem Energie-Einsparungen, die Reduzierung des Winterdienstes auf unbedingt notwendige Strecken wie Steilstücke, Verkehrsknoten und Busstrecken.

Überlegt werden soll die Übertragung von Bürgerhäusern auf Trägervereine oder die Schließung einzelner Gebäude.


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