Wieder nur Zweiter hinter Armstrong

VON VOLKMAR SCHÄFER

Auch wenn der Mann, der rund um die Jahrtausendwende mit seinen atemberaubenden Duellen gegen Ewig-Rivale Lance Armstrong ganz Deutschland faszinierte und in ein nie dagewesenes Tour-de-France-Fieber stürzte, nach wie vor allen Ernstes behauptet, er habe niemanden betrogen. Doch, das hat er!

Jan Ullrich hat seine vielen Fans und die Zuschauermassen an den Straßen und in den Bergen Frankreichs hinters Licht geführt. Auch dann, als er längst überführt schien, hat er (fast) nichts von dem preisgegeben, was allen ohnehin klar war. Nämlich, dass Leistungen wie die der Profi-Pedaleure der Neuzeit nur mit Dopingpraktiken (in welcher Form auch immer) zu bewältigen sind. Talent, Ehrgeiz und Erfahrung alleine genügen nicht, um innerhalb kürzester Zeit die steilen Rampen in den Alpen oder Pyrenäen mit dem Rad zu bezwingen.

Von allen genannten Tugenden hätte Jan Ullrich auch nach seiner - durchaus glanzvollen - Karriere in den vergangenen Jahren profitieren können. Aber er hat geschwiegen. Zu lange, sogar länger als Lance Armstrong. Der Amerikaner war dem Deutschen auch in diesem Punkt einen Schritt voraus. Schade, Ulle, wieder nur Zweiter!


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