"Windwärts" bekommt Zuschlag

Windpark: Weilmünster unterschreibt Vertrag mit Energie-Unternehmen

Zurzeit werden die für die Planung und den Bau eines Windparks erforderlichen Gutachten erstellt.

Das sind zum Beispiel naturschutzrechtliche Gutachten zur Population von Vogel- oder Fledermausarten, erklärt Windwärts-Pressesprecher Stefan Dietrich auf Anfrage des TAGEBLATTs. So müsse ein Windrad beispielsweise einen bestimmten Abstand zu geschützten Vögeln oder Fledermäusen einhalten. Darüber hinaus müssten auch Schall- und ein Ertragsgutachten erstellt werden, das besagt, wie viel Ertrag ein solcher Windpark abwerfe.

Das Gelände auf einer bewaldeten Anhöhe nahe Dietenhausen, auf dem die insgesamt acht Anlagen geplant werden, befindet sich im Eigentum der Gemeinde und des Landes Hessen. "Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Sie sind die einzige realistische Alternative im Zuge des Umbaus der Energieversorgung weg von der Atomenergie", erklärte Bürgermeister Manfred Heep (parteilos) laut Mitteilung.

Nun sollen Modelle zur Bürgerbeteiligung entwickelt werden

Erneuerbare Energien seien ein Thema, das sorgfältige Planungen, intensive Verhandlungen und Informationsgespräche sowie die gründliche Suche nach geeigneten Partnern verlange. Dies habe die Gemeinde in den vergangenen 20 Monaten getan.

Bis Ende des Jahres sollen Modelle für die Beteiligung der Bürger an dem Windpark entwickelt sowie eine mögliche Beteiligung der Gemeinde an dem Projekt geprüft werden. "Unser Ziel ist es, ein hohes Maß an Wertschöpfung aus den Windkraftanlagen in der Gemeinde zu behalten", sagt Heep laut Mitteilung. So sei angedacht, einen Teil der Anlagen als Bürgerwindpark zu realisieren.

Die Anwohner hätten dann die Möglichkeit, in das Projekt zu investieren und so an den Gewinnen teilzuhaben. Das helfe sicher, die Akzeptanz für die Windenergie vor Ort zu erhöhen, meint Heep.

Die SPD hatte sich bereits im März 2011 für eine Beteiligung von Bürgern an erneuerbaren Energien stark gemacht, war mit ihrem Antrag aber an BL und CDU gescheitert. Damals hieß es von Seiten der CDU, eine so weitreichende Forderung bedinge einen Bürgerentscheid.

Jüngst wurde das Thema in der Gemeindevertretung nicht mehr diskutiert. Lediglich durch eine Nachfrage von Jens Werner (BL) erfuhren die Parlamentarier in ihrer jüngsten Sitzung, dass die Entscheidung zu Gunsten von Windwärts gefallen ist. Ursprünglich hatten zwei Anbieter ihre Pläne in Weilmünster vorgestellt.


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