Zu Unrecht abgeschobener Asylbewerber zurück in Deutschland

Verwechselung der Behörden
Abgeschobener Asylbewerber
Der Mann wird in Begleitung eines Bundespolizisten am Flughafen Tegel zu einem Einsatzfahrzeug geführt. Foto: Paul Zinken

Nach der Einreisekontrolle habe ihn eine Mitarbeiterin seiner Anwältin in Empfang genommen. Er soll sich nun an diesem Montag bei der Ausländerbehörde in Neubrandenburg melden. Sein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Greifswald wird voraussichtlich im September fortgeführt.

«Ich freue mich, wieder in Deutschland zu sein. Ich hoffe, dass ich hier bleiben darf, und ich danke für die große Unterstützung», sagte Nasibullah S. kurz nach seiner Ankunft in Berlin dem Norddeutschen Rundfunk. Nach Informationen des Senders machte er sich kurz darauf auf den Weg in die Asylbewerberunterkunft in Neubrandenburg, in der er schon vor seiner Abschiebung gelebt hatte.

Nasibullah S., der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die Anfang Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren. Wegen eines noch laufenden Verfahrens war die Abschiebung in seinem Fall nicht zulässig. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt und sollte noch vor Gericht angehört werden. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Identität des Mannes falsch zugeordnet.

Seehofer hatte die Abschiebung seinerzeit mit den Worten kommentiert: «Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.» Für die flapsige Bemerkung musste der Innenminister viel Kritik einstecken, die er aber als unpassend zurückwies. Später wurde bekannt, dass sich einer der Abgeschobenen in Kabul erhängt hatte.

Nach dpa-Informationen sorgte das Auswärtige Amt zunächst dafür, dass der Mann nach seiner Abschiebung nahe Kabul sicher untergebracht wurde. Von dort wurde er am vergangenen Mittwoch in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gebracht, wo er von der deutschen Botschaft ein Visum für die Weiterreise erhielt. Von Islamabad flog er nun über Istanbul nach Deutschland.


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