An Bachs Geburtstag erinnert

KLOSTER ALTENBERG Cellist Isang David Enders begeistert die Zuhörer

Cellist Isang David Enders bei seinem Auftritt im Kloster Altenberg. (Foto: Rühl)

Schon die erste Veranstaltung versprach viel Gutes, denn die Winterkirche konnte die Zuhörer kaum fassen. Rund 150 Liebhaber barocker Werke waren gekommen, um den talentierten Cellisten Isang David Enders zu hören. Der 27-Jährige, von Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn nach Mittelhessen eingeladen, spielte drei Suiten Bachs für Violoncello solo. Die Suiten (französisch: Abfolgen) sind Folgen von Einzelsätzen, die auf die modischen Hoftänze der Entstehungszeit anspielen.

An den Spieler stellen die Werke hohe Anforderungen. Bachs Kompositionen für Solo-Violine und -Cello stehen für höchste Virtuosität. Die Suiten gelten in Fachkreisen als Quintessenz von Bachs Schaffen.

"Von Kindheit an ist Bach in meinem Leben omnipräsent"

"Von Kindheit an ist Bach in meinem Leben omnipräsent", so Enders, Sohn einer deutsch-koreanischen Musikerfamilie. Der in Frankfurt geborene Musiker nahm bereits mit zwölf Jahren sein musikalisches Studium auf. Im Alter von nur 20 Jahren wurde er "1. Konzertmeister der Violoncelli" der Staatskapelle Dresden. Heute arbeitet er an einer Solokarriere. Auf dem Altenberg trat er mit einem Instrument des französischen Geigenbauers Jean Baptiste Vuillaume (Paris) aus dem Jahr 1840 auf.

Gespannt verfolgte das Publikum seine Fingerfertigkeit auf den Saiten des Violoncellos ebenso wie seinen Bogenstrich, der Mal fein, ein anderes Mal hart über die Saiten fuhr. Wenn die Finger über den Bund des Instrumentes eilten, war manchmal so etwas wie das Stöhnen eines älteren Herren zu hören. Das Violoncello mit seinen beiden Schalllöchern gab alle entstandenen Töne und Geräusche an das Publikum weiter. "Bis zum heutigen Tag bleiben Bachs Cello-Suiten eine besonders schwere Herausforderung", so Enders. Der Instrumentalist bekennt, dass er die Suiten im Tonstudio eingespielt hat, aber dann die erste Einspielung verwarf. Erst beim zweiten Mal war er mit dem Ergebnis zufrieden. Er wollte mit der Produktion zum einen seiner gewachsenen Überzeugung und zum anderen Bach selbst gerecht werden, den er als umfassende Vaterfigur der abendländischen Musik bezeichnet.

Drei der insgesamt sechs Suiten Bachs brachte Enders zur Aufführung, die Suite II in d-Moll, die Suite V in c-Moll und die Suite IV in Es-Dur. Ergreifend war die Zugabe: Enders spielte eine eigene Bearbeitung der berühmten Chaconne d-Moll aus der Zweiten Partita für Violine solo von Bach. Zunächst gab es danach minutenlange Stille, gefolgt von tosendem Beifall.

Die Reihe der Sommerkonzerte wird am Samstag, 9. Mai, um 19 Uhr mit einem Auftritt des "C.ha.os-Chores" aus Gießen fortgeführt. Sein Thema lautet "H2O - Von der Träne bis zum Meer".


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