Institut hält Gesundheitsgefahr im Fall Woolrec für unwahrscheinlich

Seit Monaten sorgen mögliche Schadstoffbelastungen durch das Unternehmen in dem mittelhessischen Ort Braunfels-Tiefenbach für Diskussionen. Woolrec hatte Abfälle gefährlicher künstlicher Mineralfasern verarbeitet, derzeit ist der Betrieb aber auf Anordnung des Regierungspräsidiums Gießen geschlossen.

Bei dem Streit ging es auch um die unterschiedliche Bewertung von Boden- und Pflanzenproben aus der Umgebung der Firma. Das hessische Landeslabor hatte keine überhöhten Schadstoffwerte gesehen, ein von Bürgern beauftragter Gutachter dagegen eine «gefährlich hohe Dioxinbelastung». Daraufhin wurde das Bundesinstitut eingeschaltet.

Das Regierungspräsidium erklärte, es habe an der Auffassung des Landeslabors nicht gezweifelt. Man sei froh, dass diese Haltung durch das Institut gestützt werde. Die Behörde kündigte dennoch an, weitere Obst- und Gemüseproben nehmen zu lassen. Die Interessengemeinschaft Tiefenbach sah indes weiterhin keine Entwarnung: Das Gutachten des Bundesinstituts sei in Wiesbaden falsch interpretiert worden, teilte sie mit.

Mitteilung Ministerium


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Kommentare (1)
Wäre es nicht so unendlich traurig, könnte man kopfschüttelnd zum nächsten Thema wechseln.
Was ist passiert: eine Firma, die aus krebserzeugendem Abfall wieder krebserzeugenden Abfall produziert (!?!) wird im September mehr
nach jahrelangem Bürgerprotest, und zahlreichen anhängenden Verfahren vom RP geschlossen.
Zu den Umweltbelastungen, durch die Verarbeitung von krebserzeugenden Minerafaserabfällen, teilweise aus Atomkraftwerken, wurde im Herbst eine nicht unerhebliche Belastung mit hochgiftigen Dioxinen und dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen (dl-PCB) und anderen toxischen Schwermetallen festgestellt worden. Danach gab es durch ein Gutachten, dass der RP in Gießen in Auftrag gegeben hat, "Entwarnung". Da dieses Gutachten nicht sehr glaubwürdig war, wurde ein privates Gutachten beauftragt, dass wesentlich bedenklichere Ergebnisse dokumentierte. Als wäre all das nie gewesen, klagte Woolrec per Eilverfahren vor dem Gießener Verwaltungsgericht auf Wiedereröffnung der bisherigen umstrittenen und desolaten Abfallfirma, und bekamen von der Kammer grünes Licht für die Fortsetzung der Giftproduktion. Die Rechtsprechung muss sich nun fragen lassen, welches Recht hier Anwendung findet.
Ich weiß nur, dass das Recht auf Unversehrtheit eines der wichtigsten Menschenrechte ist. Wir Bürger werden keinen Frieden finden, bis dieses, jenseits der Legalität agierende Unternehmen Tiefenbach für immer verlassen hat. Erst dann kommt zutage, welche toxische Belastungen das Firmengelände noch verbirgt.
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