Lehrer lernen löschen

SCHULUNG Wehr zeigt Theorie und Praxis

Gut zuschauen: Die korrekte Handhabung eines Feuerlöschers haben 20 Pädagogen der Aßlarer Grundschule bei ihrem Besuch der Feuerwehr gelernt. (Foto: Pöllmitz)

Ein Feuer im Papierkorb, in einem Schaltschrank oder an einem Computer kann die neue Anlage simulieren.

Für die Premierennutzer der Anlage gab es allerdings nicht nur eine praktische Übung, sondern auch einen theoretischen Teil im Schulungsraum, bei dem Stadtbrandinspektor Michael Wagner verdeutlichte, auf was man im Ernstfall achten muss. Die Frage "Was ist ein Feuerlöscher?" stand dabei am Anfang, denn man sollte sich bewusst sein, dass so ein "tragbares betriebsfertiges Löschgerät" mit seinen maximal Gewicht von 20 Kilogramm nur für die Bekämpfung von Entstehungsbränden gedacht ist, da es von Personen ohne besondere Ausbildung bedient wird. "So ein Feuerlöscher funktioniert mit Innendruck, ist mit Wasser, Schaum, Pulver oder Kohlendioxid befüllt und funktioniert je nach Größe zwischen sechs und fünfzehn Sekunden", erläuterte Wagner. Die kurze Zeit muss also optimal genutzt werden.

Welche Klasse hat das Feuer?

Dabei kommt es zunächst darauf an, die Brandklasse zu bestimmen, um das richtige Löschmittel zu nutzen. Brennbare feste Stoffe, die Flammen und Glut bilden, wie zum Beispiel Holz oder Papier, gehören zur Brandklasse A und können mit Wasser gelöscht werden. Bei Brandklasse B, in der brennbare Flüssigkeiten wie Öl oder Benzin zusammen gefasst sind, wäre Wasser jedoch völlig ungeeignet. "Schauen sie sich so einen Löscher in ihrem Haus ruhig einmal in aller Ruhe an, um sich mit den aufgedruckten Informationen vertraut zu machen", riet der Fachmann. In der Aufregung im Ernstfall wisse man dann schon einmal Bescheid. "Leider sind die Löscher in ihrem Auslösemechanismus nicht einheitlich konstruiert", sagte Wagner. Auf jeden Fall sollte man den Löschschlauch festhalten, bevor man die Sicherungseinrichtung entfernt und den Druckhebel bedient, damit nicht wertvolle Sekunden und Löschmaterial verloren gehen.

Die richtige Einsatztechnik stand natürlich auch auf dem Programm. "Niemals gegen den Wind löschen, Flächenbrände immer vorne beginnend löschen und wenn möglich mehrere Löscher gleichzeitig und nicht nacheinander verwenden", riet der Fachmann.

Manchmal von oben löschen

Tropf- und Fließbrände werden von oben nach unten gelöscht. Die Voraussetzungen für die Entstehung eines Feuers machen klar, wie einfach ein Feuer entstehen, aber auch gelöscht werden kann. Das richtige Verhältnis zwischen Brennstoff, Sauerstoff und Zündtemperatur muss aus dem Gleichgewicht gebracht werden. "Senkt man die Zündtemperatur oder nimmt dem Feuer mit Kohlendioxid den Sauerstoff, kann man den Brennstoff sichern", so Wagner. Neben der Information über Feuerlöscher informierten sich die Teilnehmer der Schulung auch über Fahrzeuge, Gerätschaften, Aufgaben und Einsatzzeiten der Wehrleute.


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