Zuhälterei und Menschenhandel: Vater und Tochter vor Gericht

Justitia
Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: Arne Dedert/Archiv

Anschließend hatte sie in sechs polizeilichen Vernehmungen angegeben, von dem 45-Jährigen ausgebeutet worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft errechnete auf der Grundlage ihrer Angaben zur Anzahl der Freier Einkünfte von rund 100 000 Euro, die vollständig an die Angeklagten abgeführt worden seien. In ihrer ausführlichen Zeugenaussage relativierte die Frau jedoch ihre Angaben. So gab sie an, ein Liebesverhältnis zu dem Angeklagten gehabt zu haben. In diesem Zusammenhang sei sie auch in den verschiedenen Bordellen und FKK-Clubs im Rhein-Main-Gebiet tätig geworden. Teile der Einnahmen habe sie behalten dürfen. Später habe sich das Verhältnis jedoch zunehmend verschlechtert.

Der Anklage zufolge ging die Frau nicht nur in Bordellen oder Klubs der Prostitution nach, sondern auch in einer Privatwohnung. Für diese Liebesdienste schaltete sie eine eigene Internet-Homepage unter dem Titel «Kauf mich!». Beide Angeklagten bestritten die Vorwürfe der Anklage. Die Frau habe freiwillig ihre Liebesdienste angeboten und sei entsprechend dafür bezahlt worden. Die Tochter will überhaupt nichts mit der Sache zu tun gehabt haben.

Das Gericht hat für die umfangreiche Beweisaufnahme noch einen weiteren Verhandlungstag vorgesehen. Mitte kommender Woche soll dann eine Entscheidung verkündet werden.


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