Die Buchkritik: "Dancing Queens - alle Wege führen nach Waterloo"

So sieht das Cover aus (Foto: Knaur)

Nicht nur für ausgewiesene ABBA-Fans sollte "Dancing Queens. Alle Wege führen nach Waterloo" ein Muss sein. Dieser Roman wurde speziell zum Grand-Prix-Jubiläum von ABBA geschrieben, was an sich schon eine tolle Idee ist. Das Buch hebt sich aber auch sonst deutlich von Frauenromanen "von der Stange" ab und garantiert großen Lesespaß. Hinter dem Pseudonym Jana Fuchs verbergen sich die Autorinnen Heike Abidi und Tanja Janz, die beide von Kindheit an für ABBA schwärmen. Und auch in ihrem ersten gemeinsamen Roman geht es um zwei Frauen im ABBA-Fieber. Single-Frau Linda und die eher biedere Ehefrau und Mutter Helen lernen sich in einem ABBA-Fan-Forum im Internet kennen. Als sie erfahren, dass es zum 40. Jahrestag des "Waterloo"-Grand-Prix-Sieges eine Jubiläumsfeier in Stockholm geben wird, zu der auch die ABBA-Mitglieder kommen wollen, sind die beiden Frauen Feuer und Flamme. Linda ordert sogleich die Tickets, Helen schwindelt ihrem Mann, der mit dem "Schwedenpopgedudel" nichts anfangen kann, indes vor, zu einem Wellness-Urlaub in den Schwarzwald zu fahren. "Was kann schon passieren? Im schlimmsten Fall ein Waterloo", sagen sich die ABBA-Fans.

Und tatsächlich verläuft die Reise nach Stockholm alles andere als reibungslos. Während die eine im Reisebus kurz vor Hamburg eine Panne erlebt, steigt die andere am Flughafen in Stockholm in einen falschen Bus ein. Nach allerhand Umwegen und Turbulenzen treffen sich die Frauen schließlich in Göteborg statt in Stockholm. Und auf Plateausohlen - ihre ABBA-Kostüme zur Jubiläumsfeier haben sie natürlich im Gepäck - erleben sie als Agnetha und Frida weiter eine chaotische Odyssee durch Südschweden. Denn durch eine Verwechslung landen die beiden auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Götakanal und werden prompt als Sängerinnen einer ABBA-Coverband angeheuert.

Die Berichte von Helen und Linda sind so unterhaltsam, dass das Lesen ein echter Genuss ist. Dazu erfährt man in den Kapiteln, die jeweils mit Titeln von ABBA-Songs überschrieben sind, jede Menge über Schweden und vor allem über ABBA. Das zwischen den beiden Protagonistinnen geführte ABBA-Quiz à la "Wer wird Millionär?" bringt zusätzlichen Spaß in die Geschichte.

"Dancing Queens" ist ein absolut lesenswerter Roman, der flott geschrieben ist und mit seinen Verwicklungen und Wendungen immer wieder überrascht. Dass man sich zum Lesen als Hintergrundmusik eine ABBA-CD auflegen sollte, versteht sich von selbst.

- Jana Fuchs, "Dancing Queens. Alle Wege führen nach Waterloo", Knaur, 316 Seiten, 8,99 Euro.


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