Coburg bekommt ein Globe Theater

Nach englischem Vorbild
Globe Theater für Coburg
Die Animation zeigt den Entwurf für ein Globe Theater im oberfränkischen Coburg. Foto: Isabell Stengel/Andreas Macht

Zunächst hatte es geheißen, der Freistaat bezuschusse lediglich temporäre Übergangslösungen mit 75 Prozent. Für die langfristig nutzbare Globe-Lösung wäre jedoch nur ein Viertel der geschätzten Kosten von 15 Millionen Euro übernommen worden. Dies hatte in Coburg für Unverständnis gesorgt - auch bei Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). In einem Brief an Söder betonte er, es sei schwer vermittelbar, «weshalb Immobilien, die nach kurzer Zeit wieder abgerissen werden, eine stärkere Förderung erfahren als solche, die längerfristig genutzt werden.»

Unterstützt wurde er dabei von Michael Stoschek, dem Vorsitzenden der Gesellschaftsversammlung des Autozulieferers Brose, sowie den Unternehmen HUK Coburg und Kaeser. Die Wirtschaftsvertreter kündigten an, im Falle einer stärkeren Bezuschussung durch den Freistaat jeweils eine Million Euro in die Finanzierung des Globe Theaters zu stecken. Den Rest würde die Stadt übernehmen. Dieser Plan traf schließlich im Finanzministerium doch auf offene Ohren.

Das Coburger Landestheater soll ab 2019 für eine Dauer von etwa fünf Jahren grundlegend saniert werden. Was genau mit einem etwaigen Globe Theater nach der Sanierung des Landestheaters geschehen würde, ist noch offen. Stoschek schweben Veranstaltungen, Kongresse, Tagungen oder Seminare vor, sagte er in einem TV-Interview.

Er bekomme viele Mails, in denen Menschen Vorschläge für die Nachnutzung machen. Der Unternehmer ist davon überzeugt, dass der Stadtrat sich für das Globe Theater entscheidet. Die Begeisterung in Coburg sei inzwischen sehr groß, sagte er. Das sei eine tolle Chance für die Stadt. Beim Designforum Oberfranken, das eine Konzeptsammlung zum Thema erstellt hat, heißt es, das hölzerne Theater könne eine Bühne für innovative Kunst- und Kulturproduktionen werden. Entstehen soll das Globe Theater auf dem ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofgelände.

Die Bauweise des Theaters geht auf das Londoner Globe Theatre zurück, das durch Aufführungen von Shakespeare-Werken weltberühmt wurde. Coburg fühlt sich Großbritannien eng verbunden - das Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha ist mit dem britischen Königshaus verwandt: Königin Elizabeth II. ist die Ururenkelin von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), dem Ehemann von Queen Victoria.

Flyer zum Projekt


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