«The Justice League»: Superhelden-Saga

Stars ohne Ende
"The Justice League"
J.K. Simmons (l-r) als Commissioner Gordon, Gal Gadot als Wonder Woman, Ray Fisher als Cyborg, Ben Affleck als Batman und Ezra Miller als Flash. Foto: Warner Bros.

Ein muskulöser Ben Affleck mit Dreitagebart zeigt sich als nachdenkliche Fledermaus mit Hang zum Düsteren. Bereits im vergangenen Jahr war der Hollywood-Star als Bruce Wayne in die Rolle des Batman geschlüpft, um in Gotham City für Recht und Ordnung zu sorgen. An der Seite von Superman (Henry Cavill) kämpfte er in «Batman v Superman: Dawn of Justice» gegen den Bösewicht Lex Luthor (Jesse Eisenberg). Und so ist der aktuelle Streifen eine Art Fortsetzung des ungewöhnlichen Zusammentreffens, bei dem der Held mit dem großen «S» auf der Brust getötet wurde und nun für große Trauer sorgt.

Auch Gal Gadot alias Wonder Woman kämpfte in dem Vorgängerfilm schon an der Seite von Batman und Superman. Im Sommer dieses Jahres widmete Hollywood der Powerfrau sogar einen eigenen Streifen, in dem sie mehr als überzeugte. Kritiker rund um den Globus feierten das israelische Model für ihre Performance der starken Amazone. In «The Justice League» glänzt sie wieder als selbstsichere Diana, die keine Angst davor hat, es mit dem diabolischen Bösewicht aufzunehmen.

Steppenwolf - so heißt der außerirdische Riese, der den Planeten mit Hilfe dreier mächtiger Würfel ins Dunkle stürzen will. Die sind auf der ganzen Erde verteilt und werden seit tausenden von Jahren beschützt. Die Quadrate verfügen über eine solche Kraft, dass sie Tote wieder auferstehen lassen können.

Um die Apokalypse zu verhindern, wollen Batman und Wonder Woman eine Allianz von Superhelden gründen. Der Milliardär rekrutiert dafür den etwas tollpatschigen Metamenschen The Flash (Ezra Miller), der so schnell wie ein Blitz ist - dabei aber immer wieder stolpert. Die unbeholfene Art des Jünglings ist es auch, die dem Film die nötige Prise Humor verleiht (The Flash zu Batman: «Welche Superkräfte hast du noch gleich? Ich bin reich.»).

Aquaman, der die Macht über die Meere hat, ist der coole Draufgänger, der sich nicht so leicht von Batman überzeugen lässt. Gespielt wird das Kraftpaket von einem taffen Jason Momoa («Game of Thrones»). Den Gegenpart zu Aquaman verkörpert der gefühlvolle Cyborg (Ray Fisher). Er ist eine Art Mutant, der ohne die Kraft der Würfel und des Einfallsreichtum seines Vaters (Wissenschaftler) eigentlich schon tot wäre und mit seinem Dasein hadert.

Die vielen Charaktere machen den Film aus, sind aber auch gleichzeitig sein größter Schwachpunkt. Regisseur Snyder verwendet die rund 120 Minuten des Films in erster Linie für die Einführung der vielen Figuren - was auf Kosten der Handlung geht. Die Geschichte überrascht wenig, sie bleibt eindimensional. Und trotzdem kann «The Justice League» mit seinem klasse Cast und der Verbindung von düsterer Stimmung und Galgenhumor dann doch überzeugen.

The Justice League


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