„Carmina Burana“ bewegt Gäste

Konzert  Chor des Gymnasium Philippinum singt in der Schlosskirche und begeistert

Ein beeindruckendes Bild: Großer Chor und Orchester bei der Aufführung der „Carmina Burana“ in der Schlosskirche. (Foto: A. Müller)

Was für eine Kulisse in der Weilburger Schlosskirche! 100 Sänger, darunter viele junge, frische Stimmen und ein 50 Musiker starkes Orchester. Der Raum vor und hinter dem Altar ist brechend voll mit Musizierenden, der Raum in der Kirche mit Besuchern. Bravo, bravo an Michael Glotzbach, der von seinen Schülern liebevoll „Glotzi“ genannt wird, und seine unterstützenden Musiklehrer am Weilburger Philippinum Oliver Blüthgen, Christiane Glotzbach und Martin Weinbrenner, der auch den Klavierpart in der Aufführung übernahm. Man kann es gar nicht genug wertschätzen, was diese Musikpädagogen da leisten und ihren Schülern eine Bühne für solch großartige Musik bieten.

Ein erhebender Moment für Schüler und Lehrer, als der letzte Ton dieses Werkes von Carl Orff verklungen ist. Von Anfang an große Konzentration. Mit vollem Volumen erklingt der Eingangschor nach dem berühmten Trommelschlag. „O Fortuna“, stimmgewaltig intonieren die Sängerinnen und Sänger. Diese positive Energie und Kraft halten sie bis Konzertende. Keinerlei Schwächeerscheinungen schleichen sich ein. Aber sie können nicht nur forte. Nein, gerade die leiseren Unisono-Stellen tragen sowohl Frauen als auch Männer wunderschön klar und sauber wie ein Ton vor. Dann das fabelhafte Weilburger Orchester, in dem man einige ehemalige Schüler sieht, die sich für die Musik als Beruf entschieden haben. Auch sie geprägt durch ihre Zeit am Philippinum.

Ein gutes Händchen hat Glotzbach auch bei der Wahl der drei Solisten bewiesen. Samatha Gaul (Sopran), Jörn Peuser (Countertenor) und Thomas Peter (Bariton) brillieren in ihren Gesangparts. Besonders Peter beweist nicht nur mit starker Stimme, sondern auch mit theatralischer Präsentation sein Können.

Gaul und Peuser sind ehemalige Schüler des Philippinum, Peter hat bereits ein Aufführung der „Carmina Burana“ im Jahr 2005 beim Hessentag mitgesungen. Glotzbach leitet souverän die Aufführung, gibt Sängern und Musikern unmissverständlich Einsätze und Signale für die Gestaltung des Werkes. Mal zieht er das Tempo an, dann wieder verlangsamt er es mit einem Ritardando.

Dem Pauker sieht man die Freude sichtlich an, mit der er die Felle seines Instrumentes bearbeitet

Der Chor singt mit großer Dynamik, die Frauenstimmen, einfach zum Hinknien. Die Männer glänzen bei den schwierigen Sprechgesang-Stellen mit den Zungenbrecher-Texten. Alle meistern das rhythmisch schwere Stück hervorragend. Die Solisten sind exakt mit dem Chor zusammen, wenn er im Hintergrund mitsingt. Immer wieder brillieren die Flöten, dem Pauker sieht man die Freude sichtlich an, mit der er die Felle seines Instrumentes bearbeitet.

Das Weilburger Publikum ist zum zweiten Mal in diesem Jahr in den Genuss der „Carmina Burana“ gekommen. Bei den Schlosskonzerten die Version für Chor, Solisten, zwei Klaviere und Schlagwerk und nun die Version mit großem Orchester. Wir werden hier ganz schön verwöhnt.

Danke Michael Glotzbach, danke allen Mitwirkenden dieser bravourösen Aufführung. Nach dem Konzert sagt eine Oboistin im Publikum: „Ich kenne niemanden, der einen so für die Musik begeistern und mitreißen kann wie Michael Glotzbach.“ Das kann man kommentarlos so stehen lassen.


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