Die Schöne tanzt mit dem Biest

Musical  Show begeistert noch bis Samstag in Frankfurt / Weitere Termine im August

Die zaghafte Liebesgeschichte von der Schönen und dem Biest verzaubert derzeit in der Frankfurter Alten Oper die Zuschauer. Ein Happy End ist auch in diesem Märchen garantiert. (Foto: BB Promotion)

Disneys „Die Schöne und das Biest“ gehört zu den großen Liebesgeschichten, die weltweit ihr Publikum faszinieren. Schließlich ist es eine ganz und gar zauberhafte Welt, in die die Besucher des Musicals eintauchen. Die opulente Inszenierung von György Böhm, die das Budapester Operetten- und Musicaltheater in der Alten Oper zeigt, trägt dem voll und ganz Rechnung.

Zwei Oscars und fünf Grammys für die Musik, dazu eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester Film“: Mit „Die Schöne und das Biest“ schufen die Zeichner, Animateure und Filmkomponisten des Hauses Disney Anfang der 90er Jahre einen großen Filmerfolg. Und es dauerte nicht lange, bis die märchenhafte Geschichte um die schöne Belle und den verzauberten Prinzen in einer Musicalversion an den Broadway kam und von dort aus ein zweites Mal die Welt eroberte.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, entstammt einem uralten Märchenstoff. Ein herzloser und oberflächlicher junger Prinz gewährt einer hässlichen alten Bettlerin keine Unterkunft. Sie ermahnt ihn, nicht nur auf Äußerlichkeiten zu achten. Zur Strafe für die Hartherzigkeit des Prinzen legt sie sodann einen Fluch über sein Schloss und all seine Bewohner. Aus dem Prinzen macht sie ein abscheuliches Biest. Erst wenn er das Herz einer liebenden Frau erobern würde, könnte er wieder zum Menschen werden.

Nicht weit davon entfernt fühlt sich das schöne wie kluge Mädchen Belle inmitten der engstirnigen Gemeinschaft ihres Dorfes unwohl. Besonders missfällt ihr der eitle und dumme Muskelprotz Gaston, der Belle heiraten möchte. Doch sie gibt dem Einfaltspinsel einen Korb, verbringt sie doch ohnehin die Zeit viel lieber mit ihren Büchern sowie ihrem Vater, einem kauzigen Erfinder. Als sich dieser im Wald verirrt, landet er zufällig im Schloss des Biests und wird prompt in das Verlies gesperrt. Als die herzensgute Belle ihren Vater findet, bietet sie sich dem Ungeheuer im Austausch als Gefangene an. Natürlich hoffen alle im Schloss, dass sich Belles Herz für den Schlossherrn erwärmt. Doch das Biest gibt sich zunächst so gar nicht als Edelmann und macht Belle das Leben schwer.

Ganz bezaubernd als Belle ist Kitti Jenes. Ihrem glasklaren Gesang zuzuhören, ist jederzeit eine Freude. Auch Sandor Barkoczi als verwunschener Prinz überzeugt darstellerisch wie stimmlich.

Ebenso begeistert auch die optische Umsetzung mit märchenhaften Kostümen von Erzsébet Túri. Selten bekommt man in Musical-Inszenierungen so viele fantasievoll entworfene Kleider zu sehen wie in dieser ungarischen Produktion. Besonders einfallsreich ist die Darstellung der verzauberten Schlossangestellten: Kerzenleuchter Lumiere, ganz großartig gespielt von Adam Balint, kann seine Kerzen brennen lassen, der Teekessel von Madame Pottine (Lilla Polyak) dampft vor sich hin. Süß und immer wieder für einen Lacher gut ist der kleine Tassilo, der im Schrank schlafen muss.

Andere der 35 überaus leidenschaftlich aufspielenden Darsteller tummeln sich als Kommode, Staubwedel, Stehuhr, Gabel, Löffel, Messer oder Teller auf der Bühne. Bei der schmissigen Ensemblenummer „Sei hier Gast“ schwappt die Stimmung ins Publikum über.

Die Kulissen verändern sich schnell. Da gibt es düstere, surreale Waldlandschaften und ein Dorfgasthaus. Das verwunschene Schloss ist drehbar. Gute Lichteffekte tun ein übriges.

Einziges Manko an der sonst so perfekten Inszenierung ist, dass man die auf Deutsch gesprochenen und gesungenen Texte nicht durchgängig gut versteht. Einige Akteure wie etwas Hauptdarstellerin Kiiti Jenes als Belle sprechen ein gutes Deutsch, andere – und das ist besonders bei der Erzählerin am Anfang schade – müssen da doch noch üben. Solche Mängel werden allerdings durch eine große Freude am Spiel ausgeglichen.

Selten bekommt man in einer Inszenierung so fantasievolle Kostüme zu sehen

Rennen, kämpfen, fallen und gleichzeitig schön singen ist keine Kleinigkeit. Die Darsteller meistern diese Aufgabe aber perfekt. Und so können sich die Besucher auch immer der Illusion der Leichtigkeit hingeben. Ein Happy End ist ohnehin absehbar. Am Schluss wird das Biest durch Belle erlöst und verwandelt sich unter gewaltigen Licht- und Toneffekten zurück in den Prinzen.

Nach fast drei Stunden (inklusive Pause) belohnen die Zuschauer im ausverkauften großen Saal die Akteure mit herzlichem Applaus. Einen Sonderapplaus gibt es für das Orchester unter seinem Dirigenten Tamas Bolba, das zum Finale erstmals sichtbar wird, aber immer für großen Hörgenuss gesorgt hat.

Die Shows sind weitgehend ausverkauft. Es gibt nur noch ganz wenige Restkarten für die weiteren Vorstellungen heute um 14.30 und 19.30 Uhr und morgen um 13.30 und 18.30 Uhr. Aber für alle, die jetzt keine Tickets bekommen haben, gibt es auch eine gute Nachricht: Vom 22. bis 26. August gastiert das Musicalensemble und Orchester aus Budapest erneut mit Disneys „Die Schöne und das Biest“ in der Frankfurter Alten Oper. Karten kosten zwischen 37,50 und 99 Euro. Kinder bis zum Alter von einschließlich zwölf Jahren zahlen die Hälfte.


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