Lesung in der Petruskirche

Gießen (kjf). Der neue Roman der nicaraguanischen Schriftstellerin Gioconda Belli geht der Frage nach, wie sich die Welt entwickeln könnte, wenn Frauen die Macht übernähmen. In der Petruskirche stellte die Autorin ihren Roman vor. Es war die einzige Lesung in Deutschland. 350 Besucher kamen. "Die Republik der Frauen" erzählt die Geschichte eines fiktiven lateinamerikanischen Landes. In "Faguas" erlangt die Frauenpartei PIE (Partei der erotischen Linken) die absolute Mehrheit und wagt ein Experiment. Ein halbes Jahr bekommen Frauen in allen Behörden und Gremien die Macht. Mitten in der Diskussion über die neue Politik wird die Präsidentin niedergeschossen. Belli las Sequenzen im spanischen Original, die anschließend von Viola Gabor, der "deutschen Stimme" der Autorin, auf Deutsch vorgelesen wurden. Belli betonte in der Diskussion, dass ihr fiktiver Staat an ihrer Heimat Nicaragua angelehnt sei. Nachdem dort die Sandinisten Ende der 70er Jahre den Diktator Somoza vertrieben hatten, galten sie als Hoffnungsschimmer in dem zerrütteten Land, bis sie die Macht 1990 überraschend wieder verloren. Belli nahm an den Kämpfen gegen Somoza teil. 1975 ging die Autorin ins Exil nach Mexico. Heute lebt sie in Nicaragua und Los Angeles.


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