Silbermond reißt "Himmel auf"

Am Freitag erscheint das neue Album - Am 7. Juni spielt die Band beim Hessentag
"Silbermond" (von links mit Johannes Stolle, Andreas Nowak, Stefanie Kloß und Thomas Stolle) kommt mit neuem Album, aber
"Silbermond" (von links mit Johannes Stolle, Andreas Nowak, Stefanie Kloß und Thomas Stolle) kommt mit neuem Album, aber auch mit bekannten Songs zum Hessentag in Wetzlar. (Foto: Daniel Lwowski)
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Stefanie Kloß: Für uns ist das toll, wir sind ja eh mehr so die Bühnen-Fans und sind ja schon immer eigentlich lieber live unterwegs. Aber klar, das Studio gehört natürlich auch dazu. Man muss erstmal neue Sachen schaffen, damit man die auch wieder frisch und neu auf der Bühne spielen kann. Wir haben jetzt für das Album ungefähr anderthalb Jahre gebraucht und sind deswegen natürlich total happy: Jetzt ist das Album fertig und deswegen haben wir gerade total Lust, wieder rauszugehen, unterwegs zu sein und zu spielen.

Im Gepäck zur nächsten Tour habt ihr das neue Album "Himmel auf". Was verbirgt sich hinter dem Titel?

Andreas Nowak: "Himmel auf" bedeutet diesen Moment, in dem sich eine Sache fügt, in dem du merkst "Ah, dafür habe ich das jetzt getan, jetzt passiert was". Wir hatten im Laufe des Prozesses auch gewisse Himmel-auf-Momente. Das bedeutet, sich zu öffnen, neugierig zu sein und für Dinge offen zu sein. Im wahrsten Sinne des Wortes war das dann ein Attribut für das Album. Deswegen "Himmel auf", aber auch, weil das Lied einer der ersten Songs war, die wir für das Album geschrieben haben.

Was ist musikalisch neu am neuen Album?

Kloß: Ich finde, es ist immer noch Silbermond, zu 100 Prozent. Also jeder, der die neue Platte kauft, wird auf jeden Fall Silbermond hören. Aber ich finde, es hat eine ganz organische und normale Weiterentwicklung stattgefunden. Im Sinne von "man hat die Erfahrung vom letzten Mal mitgenommen". Wir sind drei Jahre älter geworden - aus rein biologischen Gründen. Was, glaube ich, damit einhergeht, dass man jetzt zu einigen Themen eine gefestigtere Meinung hat, der Blickwinkel zu einigen Sachen hat sich verändert. Und somit ist die Platte thematisch vielseitiger und etwas anders als die vorige Platte. Und auch musikalisch ist es so, dass wir mit dem Album wirklich freie Wege gegangen sind und uns nichts selbst verboten haben.

Es heißt, dass "Himmel auf" Euer persönlichstes Album ist. Inwiefern ist das so?

Nowak: Wir finden, dass dieses Album den Kern von Silbermond zeigt. Wir denken, es ist das authentischste Album und wir sind stolzer denn je, ein Album in der Hand zu haben, weil wir noch direkter geworden sind, die Text sind noch mehr auf den Punkt gebracht. Was wir finden ist subjektiv, aber wir sind halt stolz drauf und sagen: Das ist unser bestes Album, und deswegen ist es auch das persönlichste.

Die Lieder "Irgendwo in der Mitte" und "Weiße Fahnen" sind politisch engagiert. Wie wichtig ist Euch gesellschaftskritisches Engagement?

Kloß: Bei uns ist es beim Songschreiben und auch beim Texten so, dass Dinge einfach so passieren. Johannes und Andreas werden dieses Jahr 30. Es gibt einfach ein paar Themen, über die wir uns jetzt mehr Gedanken machen als noch vor drei Jahren. Und ich finde, dass man als Teil dieser Welt einfach die Augen offen hält. Viel ist in Aufruhr und darüber mache ich mir einfach Gedanken. Ich merke selber, dass ich mich für Dinge wirklich interessiere, sie wissen will und recherchiere, wenn ich sie nicht verstehe, wenn ich sie besser verstehen will als noch vor einiger Zeit. Dann kommt das auch textlich irgendwann zum Vorschein.

Könnt Ihr mir kurz die Geschichte zum Song "Ja" erzählen?

Kloß: Thomas, unser Gitarrist, ist so ein Typ: Wenn wir zusammen Songs machen, texten und zwischendurch mal eine Kaffeepause machen, rausgehen - dann dauert es keine paar Minuten und er hat schon wieder die Gitarre in der Hand. Er saß mehrere Tage in solchen Pausen da und hat eine Melodie gespielt. Ich sagte immer "Mensch, was ist das denn für ein Song? Das ist ja ein super Refrain. Er hat so eine Energie, so eine Magie, wir müssen das unbedingt als Song fertig schreiben".

Im Mai seid Ihr in Paris, Brüssel, Amsterdam und London unterwegs. Was bedeutet es für Euch, international zu touren?

Nowak: Für uns ist das ein kleines Abenteuer. Wir haben in der letzten Zeit, in den letzten Jahren immer mal E-Mails bekommen von Leuten, die im Ausland leben und gefragt haben, ob wir nicht einfach mal bei denen in der Nähe spielen können. Das ist natürlich schwierig, aber jetzt haben wir uns diesen Wunsch erfüllt und sehen es halt wirklich als Abenteuer und freuen uns wirklich sehr auf die kleine Tour in Europa. Wir sind sehr gespannt.

Im Juni seid Ihr bei uns in Wetzlar beim Hessentag. Freut Ihr Euch?

Kloß: Natürlich. Wir waren ja schon öfter beim Hessentag dabei. Es war immer so eine besondere Stimmung. Wir freuen uns total, besonders weil wir diesen Sommer nicht so oft spielen. Es ist wirklich eins der wenigen Konzerte und wenigen Open Airs - und deswegen ist es noch mal etwas ganz Besonderes.

Wollt Ihr den Fans hier bei uns noch etwas sagen?

Kloß: Wir freuen uns wieder sehr auf das hessische Publikum. Ich werde mein Hessisch verbessern. Das habe ich mir vorgenommen. Vielleicht kriege ich den einen oder anderen hessischen Satz in sehr guter Qualität hin oder ihr dürft mir dabei sehr sehr gerne helfen. Wir werden natürlich ein paar Nummern mitbringen, die ihr schon kennt. Also "Irgendwas bleibt" wird mit Sicherheit dabei sein und auch "Krieger des Lichts". Wenn ihr für schönes Wetter sorgt, dann werden wir versuchen, unser Bestmögliches zu geben, um euch einen schönen Abend zu bescheren.


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