Joan As Police Woman besingt die «Nighthawks»

Solitäre Songs
Joan As Police Woman
Starke Frau: Joan As Police Woman. Foto: Label

Wobei man zugleich sagen muss: Mit Retro-Soul im Sinne der großen, unlängst verstorbenen Diva Sharon Jones hatte die 1970 geborene Joan Wasser noch nie etwas zu tun. Wassers Stil als Singer/Songwriterin mäandert souverän zwischen den Genres.

Mit ihrem neuen, hörenswerten fünften Studioalbum «Damned Devotion» (Play It Again Sam) knüpft Joan As Police Woman an ihre Erfolgsplatte «The Classic» (2014) an, aber diesmal sind die Songs etwas verhaltener, persönlicher geraten. Der langsam-bedächtige Opener «Wonderful» klingt so gar nicht nach Euphorie, wird aber von der warmen Stimme der Sängerin elegant getragen.

Auch die Single «Warning Bell» kommt bedächtig, fast brüchig daher, ein zärtlicher Song über «einen Romantiker und die Naivität, die damit einhergeht», sagt Joan Wasser. Im Video zu «Warning Bell» sitzt die Sängerin auf dem Rücksitz eines Taxis, das durch die verregnete New Yorker Nacht fährt. Es sind schon die einsamen Seelen, die Hopperschen «Nighthawks», die im Fokus dieser Sängerin stehen, ihr Interesse und Mitgefühl haben, und ein wenig zählt sie sicher auch zu dieser Spezies.

Mit «Tell Me» bleibt der melancholische Grundton erhalten, im Video sehen wir eine multiple Joan Wasser und ein Verhör. Mit den nächsten Tracks hellt sich der Horizont auf, aber auch der Titelsong ««Damned Devotion» ist alles andere als eingängig. Sie liebt einfach diese rhythmischen Widerhaken, die diese Songs erst einzigartig machen.

Im April kann man Joan As Police Woman live erleben. Tourdaten: 09.04. Berlin, Festsaal Kreuzberg; 10.04. Hamburg, Knust; 14.04. Weissenhäuser Strand - L-Beach Festival

Website Joan as Police Woman


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