"Ausweglose Situation"

GESUNDHEIT Forscher finden neues Resistenz-Gen gegen Antibiotika

Immer häufiger können bakterielle Infektionen nicht mehr mit den gängigen Antibiotika behandelt werden, weil die Erreger dagegen resistent sind. Dann werden Reserveantibiotika eingesetzt. Bei multiresistenten Enterobakterien (Darmbakterien) ist das Antibiotikum Colistin eines der wenigen noch wirksamen Mittel. Doch auch diese Behandlungsoption könnte bald ausgedient haben.

"Behandlung wird erschwert"

Wissenschaftler im DZIF und dem Institut für Medizinische Mikrobiologie der JLU konnten das Resistenzgen - nachdem es bereits zuvor Ende des vergangenen Jares in China entdeckt worden war - nun auch in Deutschland nachweisen. Besonders kritisch: Das Gen ist zwischen Bakterienstämmen übertragbar und kann von harmlosen Darmkeimen auf Krankheitserreger übergehen und die Behandlung gegen diese erschweren.

Kommen Resistenzen gegen weitere Antibiotika hinzu, könne bei der Behandlung eine "ausweglose Situation" entstehen, so die Forscher.

Das Antibiotikum Colistin wird nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in den vergangenen Jahren wieder häufiger verwendet, als "eine letzte verbliebene Therapieoption". (red/dpa)


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