Hausarbeiten: Nicht gleich am Stil feilen

RATGEBER Studentische Schreibberater geben Tipps zu Forschungsfrage, Gliederung, Stil

D. Kreitz. (Foto: Uni Hannover)

Wenn Hausarbeiten Qualen bereiten: Studentische Schreibberater helfen weiter. (Archivfoto: Armer/dpa)

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David Kreitz, Leiter der Schreibwerkstatt an der Universität Hannover, erklärt typische Fehler und wie Studenten sie vermeiden:

- Stil: Wenn Hausarbeiten anstehen, sollten Studenten am Anfang einfach drauflosschreiben. "Viele machen sich vor dem Schreiben zu viele Gedanken über den Stil", erklärt Kreitz. An Formulierungen können Studierende später feilen. Viel wichtiger ist, Zeit für die Überarbeitung einzuplanen. Die kommt erst, wenn der Inhalt zu Papier gebracht ist.

- Forschungsfrage: Die Gliederung ist das Gerüst der Arbeit. Wer Probleme hat, eine sinnvolle Struktur für sein Thema zu finden, hat die Forschungsfrage vielleicht zu breit gestellt. "Das passiert vor allem in den Geisteswissenschaften häufig", stellt Kreitz fest. Studierende sollten dann überlegen, ob sie das Thema vielleicht zeitlich oder örtlich einschränken können. Das erspart einem die Suche nach einem komplett neuen Thema.

- Struktur: Die größte Hürde ist der Anfang. Oft fehlen Schreibstrategien, viele Studenten gehen die Arbeit auch zu perfektionistisch an, erzählt Kreitz. Eine Hilfe sei es, eine detaillierte Gliederung zu erstellen und zu jedem Punkt das Ziel zu formulieren, das man mit diesem Abschnitt erreichen möchte. Das kann zum Beispiel sein, dass im zweiten Kapitel der geschichtliche Hintergrund zur Forschungsfrage dargestellt werden soll.

- Literatur: Mit Texten muss man arbeiten, erklärt Kreitz. Gerade bei zentralen Texten sollten Studenten sich Notizen machen und wichtige Inhalte exzerpieren - am besten in eigenen Worten. Das helfe, einen Überblick über das Thema zu bekommen. Nur Markierungen zu machen, reicht dafür nicht aus. Ein Literaturverwaltungsprogramm kann außerdem nützlich sein, um der Flut an Material Herr zu werden. Viele Universitäten bieten dafür Lizenzen an, oft auch umsonst.

- Korrektur: Wer Freunden oder Eltern sein Werk zur Korrektur gibt, sollte klare Leseaufträge mitliefern. Das kann so aussehen, das einer sich auf den Inhalt konzentriert, ein anderer am Stil feilt und ein Dritter die Rechtschreibung korrigiert, erklärt Kreitz. Wenn jeder alles macht, wird schnell die Hälfte übersehen.


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