Inklusion noch nicht selbstverständlich

STUDIE Lehrer nicht ausreichend vorbereitet

Mehr als eine halbe Millionen Schüler in Deutschland haben einen besonderen Förderbedarf. Inzwischen werden über 28 Prozent von ihnen an Regelschulen unterrichtet. An deutschen Hochschulen sind Inklusion und Umgang mit Vielfalt in der Lehrerbildung allerdings noch keine Selbstverständlichkeit. Lediglich sieben Prozent aller Hochschulen haben Inklusion im Curriculum, also sowohl in den Bildungswissenschaften als auch in den Fachwissenschaften und der Fachdidaktik verankert.

Inklusion als Querschnittsthema in den Bildungs- und Fachwissenschaften sowie in der Fachdidaktik zu implementieren, ist einer von drei wichtigen Erfolgsfaktoren inklusionsorientierter Lehrerbildung. Daneben sollten Studierende aller Lehramtstypen Veranstaltungen zu Inklusion besuchen und Praktika in inklusiven Schulen absolvieren. Weniger als die Hälfte der befragten Hochschulen gab an, zumindest einen der drei Erfolgsfaktoren inklusionsorientierter Lehrerbildung umzusetzen. Nur vier Hochschulen sehen Praktika in inklusiven Schulen verpflichtend für alle Studierenden vor. Keine einzige Hochschule setzt alle drei Maßnahmen umfassend in der Lehrerbildung ein.

Die Experten vom Monitor Lehrerbildung empfehlen den Hochschulen deshalb Inklusionskonzepte und -maßnahmen möglichst ohne Verzögerung einzuführen, sowie ihre Umsetzung durch Begleitforschung kontinuierlich zu verbessern.

65 Hochschulen beteiligt

Weitere Ergebnisse beinhaltet die aktuelle Publikation des Monitors Lehrerbildung "Inklusionsorientierte Lehrerbildung - vom Schlagwort zur Realität?!" auf www.monitor-lehrerbildung.de. Die Publikation liefert erstmalig Daten zum Thema auf Grundlage einer Befragung, an der sich 65 von 70 deutschen Hochschulen und alle 16 Länder beteiligt haben. Der Monitor Lehrerbildung ist die bundesweit einzige Datenbank zum Lehramtsstudium. Unter www.monitor-lehrerbildung.de sind insgesamt mehr als 8.000 relevante Daten und Fakten zur ersten Phase der Lehrerbildung übersichtlich dargestellt.


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