Ab in die Mitte!

Von Michael Klein

Diejenigen, die das grüne Wahldebakel durch einen dezidierten Linkskurs zu verantworten haben, geben in der Partei weiter den Ton an. Allen voran die neue Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, in der selbst der wendige CSU-Chef Horst Seehofer seine Meisterin findet. Die Sonnenblumen-Partei hat die Hürden für ein Bündnis mit der Union so hoch aufgestellt, dass die da ganz sicher nicht drüberhüpfen kann. Die Grünen haben nicht verstanden, was ihr Übervater Joschka Fischer schon 2005 verstanden hatte: dass das rot-grüne Projekt unwiderruflich zu Ende ist. Nur bekommt "rot-grün" damit eine neue Bedeutung: Vorausgesetzt, es klappt mit Union und SPD, igeln sich die Grünen mit der Linkspartei nun ganz in der linken Ecke ein.

Völlig anders positioniert sich in diesen Tagen die SPD. Ihre Gespräche mit der Union ließen von Beginn an die Möglichkeit zu, dass sie Erfolg haben könnten. Offenbar haben große Teile der SPD den grünen Visionär Fischer nach dem 22. September besser verstanden: Wenn sie sich fest an die Grünen ketten, haben die Sozialdemokraten nicht mehr Erfolg als durch ein Bündnis mit CDU und CSU.

Die SPD ist - immer noch - eine Volkspartei. Deshalb könnte es ihr leichter als den beiden im Bundestag verbliebenen Klientel-Parteien gelingen, wieder einen besseren Anschluss an die Mitte der Gesellschaft zu finden. Der entschiedene Links-Wahlkampf hat ja nicht nur den Grünen, sondern eben auch der SPD geschadet. Und an eine stabile linke Regierung ist nicht zu denken: Die Fraktion der Linkspartei im Bundestag besteht nicht nur aus Abgeordneten vom Schlage eines Gregor Gysi, sondern auch aus Fundamentalisten mit starkem Hang zum Opponieren.

Für die SPD kann das nur heißen: Ab in die Mitte! Da, wo die meisten Wähler sind. Da, wo die Union mit Angela Merkel beständig punktet. Da, wo auch die SPD 1998, 2002 - und 2005 um ein Haar - Erfolg hatte.


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