Dem Kaiser geht’s an den Kragen

Beckenbauer muss auspacken

Von Volkmar Schäfer

Nach Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt geht es dem „Kaiser“ aber erst einmal an den Kragen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft legt nach, lässt an verschiedenen Orten in Deutschland Häuser und Wohnungen durchsuchen. Um im Falle der ominösen 6,7 Millionen Euro rund um die Vergabe für die Weltmeisterschaft 2006 nun doch endlich das entscheidende Licht ins Dunkel zu bringen.

Wenn einer das kann (das wussten wir alle ja schon immer), dann der Franz. Der reiste nicht nur um die Welt, um Stimmen zu sammeln. Sondern er setzte damals seine Unterschrift unter nahezu alle wichtigen Papiere, die das Sommermärchen später nach Deutschland brachte. Und er ließ von den gemeinschaftlichen Konten mit Personal-Manager Robert Schwan eben jenes angesprochene und viel diskutierte Geld an eine Kanzlei überweisen, um die Chancen für den Zuschlag zu erhöhen.

Es wird Zeit, dass Beckenbauer sein Schweigen bricht. Vielleicht gelingt dies der peniblen und die eigenen, mächtigen Interessen verfolgende Justiz der Eidgenossen.

Sollte der Weltmeister-Kapitän von 1974 und Teamchef beim WM-Triumph von 1990 auspacken und damit zumindest sein eigenes Gewissen beruhigen, könnte die Affäre um die WM 2006 zwecks Aufklärung zu den Akten gelegt werden. Damit aber auch der Gedanke, dass Beckenbauer irgendwann FIFA-Boss wird. Für diesen Job wäre er dann ungeeignet – weil zu ehrlich.


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