Der Hoffnungsträger bringt sich in Position

Von Klaus P. Andriessen

Ob sich Rentsch mit seinem Vorpreschen zur rechten Zeit an die richtige Stelle gesetzt hat, ist offen. Zwar wird die Hessen-FDP an ihrem als Hoffnungsträger ins Ministeramt gebrachten Politiktalent nicht vorbei können, doch Parteikollegin und Kultusministerin Nicola Beer könnte durchaus die Gelegenheit nutzen, sich bis zum Parteitag im November als Alternative zu einem Parteivorsitzenden Rentsch ins Spiel zu bringen. Rentsch hat ihr allerdings ein besonders gutes Verhältnis zum möglichen neuen Bundesvorsitzenden der FDP, zu Christian Lindner, voraus. Und dieser braucht wiederum enge Verbündete in den Ländern, um auf einen Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag hinzuarbeiten.

Für den Neuanfang der Bundespartei müssen allerdings auch die Landesparteien ihre Hausaufgaben gemacht haben. Da haben die hessischen Liberalen einiges aufzuarbeiten, denn sie haben bei der Landtagswahl anteilig deutlich weniger Stimmen erhalten, als die Hessen der Bundes-FDP gegeben haben. Rentsch steht offenbar dafür, nach den Gründen dieser Entwicklung zu forschen und sie für einen Neubeginn zu nutzen.

Mit dem Abschied von der Ära Hahn könnte der Hessen-FDP außerdem eine Rolle in der schwierigen Regierungsbildung zukommen, denn mit Rentsch wäre eine rot-gelb-grüne Ampelkoalition nicht mehr völlig ausgeschlossen.


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