Die Wahl der Unzufriedenen

Trump

Das hat seine Gründe: Die Unzufriedenheit in den USA ist heute größer als je zuvor, besonders in einer Mittelschicht, die sich immer weiter auflöst. Trump musste im Wahlkampf nicht möglichst viele Gruppierungen ansprechen, den Durchbruch schaffte er allein mit jener Wählerschaft, die sich von den Eliten in Washington, von Wall Street und von der Demokratischen Partei im Stich gelassen fühlt. Letztere hat offensichtlich auch die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 unterschätzt. Dazu kommt, dass im Zuge einer Deindustrialisierung Millionen Arbeitsplätze in den USA verloren gingen.

Niemand sollte die Augen davor verschließen, dass die USA nicht nur aus New York und Hollywood bestehen, sondern in Teilen ein sehr armes Land sind. Wer für Trump ist, sieht sich wirtschaftlich und sozial in einer schlechteren Lage als vor ein paar Jahren. Seine Wahlversprechen sind Balsam auf die Seele derjenigen, denen er unter dem Motto „America first“ glaubhaft macht, dass er Arbeitsplätze zurückholen wird. Wie das gelingen soll, ist allerdings noch ein Mysterium. Für den sozialen Frieden im Land müsste der neue Mann im Weißen Haus ohnehin zuerst einmal die Gräben zuschütten, die er selbst aufgeworfen hat. Es steht viel auf dem Spiel für Amerika und für die Welt.


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