Ein Schwert mit stumpfer Klinge

VON STEFAN GOMBERT

So dürfen Eltern weiterhin Fotos beispielsweise ihrer nackt spielenden Kinder machen - auch das ist gut so. Nacktheit ist schließlich das Natürlichste auf der Welt. Andererseits aber geschieht Missbrauch häufig innerhalb der eigenen Familie. Der beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen. In diesem Zusammenhang war die Verlängerung der Verjährungsfrist längst überfällig. Viele Opfer brauchen Jahre, manche Jahrzehnte, bis sie über ihr Leid reden können.

Anwälte werden sich vor allem über die Regelung freuen, dass keine Bilder und Filme verbreitet werden dürfen, die dem Ansehen des Abgelichteten erheblich schaden. Was darunter zu verstehen ist, darüber lässt sich trefflich streiten.

Beschlüsse wie die Anhebung des Strafmaßes für die Beschaffung kinderpornografischen Materials oder das Verbot, im Internet Kinder unter Vorspiegelung einer falschen Identität zu sexuellen Handlungen zu bewegen, verdienen dagegen Applaus.

Ein Problem bleibt bei alledem: Die neuen Gesetze sind ein stumpfes Schwert, solange nur ein Bruchteil der Taten aufgedeckt und aufgeklärt werden kann. Denn Bund und Länder stellen in ihren Kriminalämtern viel zu wenige Spezialisten bereit, die entsprechende Straftaten verfolgen können.

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