Eine überfällige Entscheidung

Von Klaus P. Andriessen

Es war damals nur eine Konzession an die konservative Auffassung von Ehe und Familie gewesen, derenthalben die rot-grüne Koalition ihr fortschrittliches Gesetz mit dem Begriff Lebenspartnerschaftsgesetz benannt hatte. Denn in Wahrheit ging es natürlich um die rechtliche Gleichstellung von dauerhaften Lebensgemeinschaften unabhängig von der Frage, welchem Geschlecht die Partner angehören.

Gegenseitige Treue und Verpflichtung ist ein Grundwert der Gesellschaft, der von den Müttern und Vätern des Grundgesetzes in der Mitte des 20. Jahrhunderts dem damaligen Weltbild entsprechend mit den Worten "Ehe und Familie" bezeichnet worden ist. Diese stellten sie unter den besonderen Schutz des Staates. Die Union hat sich bis heute der Einsicht verweigert, dass inzwischen unter "Ehe und Familie" auch gleichgeschlechtliche Dauerbeziehungen zu verstehen sind. Nun muss sie umgehend für eine gesetzliche Neuregelung sorgen, die mit der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ein Ende macht.

Fast schon ein Treppenwitz ist es, dass Grüne und SPD nun der Union das Karlsruher Urteil um die Ohren schlagen. Denn sie wollen im Falle eines Wahlsieges das steuersparende Ehegattensplitting umgehend streichen.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Hessen und Welt