Fataler Hang zur Gleichmacherei

VON HAGEN STRAUß

Die neue, jährliche TÜV-Pflicht für sieben Jahre alte Autos wäre ein unsinniger, bürokratischer Quatsch gewesen, der vor allem Autofahrer mit kleinem Geldbeutel teuer zu stehen gekommen wäre.

Einzig Werkstätten und die Prüforganisationen hätten davon profitiert. Wobei, vielen fehlt es jetzt schon an geeignetem Personal. Die neuen Prüfintervalle hätten das Fachkräfte-Problem daher noch verstärkt.

Hinter dem vorerst gescheiterten TÜV-Vorstoß steckt aber auch ein grundlegenderes Problem: Das ist der Hang Brüssels zur Gleichmacherei. Genau das sorgt für Verdruss bei den Bürgern.

Wenn also in anderen Ländern zu viele Rostlauben die Straßen verstopfen und Unfälle verursachen, dann heißt das noch lange nicht, dass dies überall in der Europäischen Union so sein muss. Soll heißen: Dort, wo Handlungsbedarf besteht, sollte die EU handeln. Aber nicht dort, wo die bestehenden Regelungen eigentlich vorbildlich sind. Das gilt für andere Bereiche wie dem Verbraucherschutz genauso.

Mehr Achtsamkeit, mehr Differenzierung ist notwendig. Sonst schadet sich die EU weiterhin selbst.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Hessen und Welt