Gespräche sind "verschriftlicht"

SMS, WhatsApp & Co.

Von Maike Wessolowski

 

Über den Datenschutz wird immer wieder diskutiert. Und Psychologen sagen, dass beim gesprochenen Wort auch Tonlage und Stimme Botschaften transportieren, die nicht alle von „Emoticons“ aufgefangen werden können. Was man sich früher per Telefon kurz zugerufen hatte, wird heute getippt. Damit hat man es sprichwörtlich schriftlich. Ein Nachweis, der, wie Richter und Anwalt versichern, mittlerweile sehr häufig als Beweis bei Prozessen herangezogen wird.

Ist das gut oder schlecht?

Der Mitarbeiter kann eine E-Mail an den Chef speichern, um sich zu schützen. Schüler können mit einem Chatverlauf Mobbing beweisen. Verunglimpfende Facebook-Kommentare können zu Verurteilungen führen. Oder jemand kann eben seine finanziellen Forderungen belegen.

Ebenso kann ein Sorgloser vorm Schiedsgericht landen, weil sich ein Bekannter durch eine unglückliche Formulierung plötzlich beleidigt fühlt. Verlassene können den Ex-Liebhaber vorführen. Ein unbedachter Satz ist nicht mehr flüchtig.

Weite Teile unseres Privat- und Berufslebens, unserer Beziehungen, unserer Gespräche werden zunehmend verschriftlicht. Wir müssen schlicht lernen, damit umzugehen.


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