Gleiches Recht für alle!

Von Michael Klein

Zweifellos schafft die Rente mit 63 der großen Koalition Ungerechtigkeiten, weil sie ein früheres Renteneintrittsalter allein von der Zahl der Beitragsjahre abhängig macht. Bezahlen müssen dies die Arbeitnehmer, deren Renteneintrittsalter im Gegenteil erhöht wird. Der dem Stress längst nicht mehr gewachsene angestellte Lehrer finanziert so den schon länger arbeitenden Büroangestellten, der vielleicht nicht zwingend mit 63 Jahren in Rente gehen müsste.

In die Zukunft weist das Ausspielen der einen Berufsgruppe gegen die andere nicht - es nützt vor allem den Werbekampagnen der SPD und der Gewerkschaften. Der FDP-Vorschlag ist dagegen eine saubere und klare Lösung: Jeder, der will, kann früher als heute in Rente gehen und sich das fehlende Geld selbst hinzuverdienen. Das bedeutet: Gleiches Recht für alle! Wer aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten kann, der geht heute bereits in Frührente - das muss so bleiben.

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Auch die Unternehmen hätten etwas von diesem Konzept: Sie könnten früher als heute gut ausgebildete und zugleich preiswertere Nachwuchskräfte einstellen, die wiederum auch Beitragszahler sind. Und sie könnten zugleich weiter von der Erfahrung ihrer älteren Mitarbeiter profitieren, die der Firma als Nebenjobber erhalten blieben. Das geht natürlich nur mit flexibleren Hinzuverdienstmöglichkeiten für Rentner - ebenfalls Teil des FDP-Konzepts.

Niemand wäre gezwungen, mit 60 Jahren in den Ruhestand zu gehen - aber er könnte es nach dem Modell der Liberalen. Das hat auch viel mit Selbstbestimmung zu tun - weshalb der FDP-Vorschlag entgegen mancher Schnellkritik ganz und gar nicht sozialistisch ist. Er passt bestens zu einer Partei, für die Freiheit ein zentrales Anliegen ist.


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