Jetzt kommt es auf Clinton an

US-Wahlen

Doch es kommt bei den Entscheidungen der Wähler immer auch noch auf andere Dinge an. Emotionen spielen da etwa eine Rolle. Und die immer etwas unterkühlt wirkende Hillary Clinton, die in den USA als ein Teil des politischen Establishments gesehen wird (was inzwischen ein echtes Schimpfwort ist), hat es da nicht leicht zu überzeugen. Ganz im Gegensatz zu ihrem als Rattenfänger auftretenden republikanischen Gegenkandidaten Donald Trump, der mehr an Gefühle appelliert als an Verstand.

Dazu kommt, dass Hillary Clinton zweifelsohne eine große Last mit in den Wahlkampf nimmt, angefangen mit einem Immobilienskandal, in den sie einst zusammen mit ihrem Mann Bill verwickelt war. Gefährlich werden könnte Clinton vor allem auch noch der sogenannte E-Mail-Skandal. Und gefährlich werden könnten ihr Angriffe auf ihre persönliche Glaubwürdigkeit. Es dürfte für die 68-Jährige also nicht leicht werden, ihre Vergangenheit abzuschütteln. Vielmehr ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass das alles im Rennen um das Weiße Haus wieder hochkochen wird. Auf diesen Punkten wird ihr Gegner Donald Trump unter Garantie in den nächsten Monaten herumreiten.

Kein Wunder - auch bei den Demokraten selbst gab es ja bis hinein in den Nominierungsparteitag Proteste gegen die Ex-Außenministerin. Zunächst einmal muss Clinton darum diejenigen, die bei den Vorwahlen für Bernie Sanders gestimmt haben, auf ihre Seite ziehen. Wo die Zuneigung für die eigene Kandidatin bei manchen Demokraten eher mau ist, sollte die Angst vor dem Gegner alle zusammenschweißen. Denn klar sein dürfte, dass Donald Trump, der mit nichts als Populismus punktet, als mächtigster Mann der Welt verhindert werden muss. Trump fehlt nicht nur jede außenpolitische Erfahrung, er könnte mit seiner hitzköpfigen wie provokanten Art sogar regelrecht gefährlich werden für die USA und die ganze Welt. Umso schlimmer, dass jüngste Umfragen bereits erstmals Trump vor Clinton sehen.

Nun kommt es auf Hillary Clinton an, ihren Rivalen festzunageln und zu entlarven. Denn in einem hat der ihr unterlegene Bernie Sanders vollkommen recht: Hillary Clinton muss die nächste US-Präsidentin werden. Man muss Hillary Clinton nicht mögen - aber sie ist jetzt die Einzige, die das Schlimmste noch verhindern kann.


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