Klassenkampf am Himmel

Von Mika Beuster

Lufthansa hinkt hinterher, andere Wettbewerber, wie Britisch Airways und Air France, haben die neue Klasse bereits länger im Angebot. Doch auch Ryanair und Co. nehmen der Kranich-Airline immer mehr Geschäft ab. Das Hauptargument ist hier aber nicht ein Plus an Service, sondern der günstigere Preis. Passagiere können für ein Taschengeld über das Wochenende in Orte in ganz Europa jetten. Dafür nehmen sie gerne stundenlange Wartezeiten, Flughäfen mitten im Nichts und Extragebühren für jeden Service in Kauf.

Die Lufthansa hat den Kampf um den günstigsten Preis aber längst verloren. Wie soll das auch gehen? Wer an Deutschlands wichtigstem - und dadurch teurem - Airport in Frankfurt startet und landet und dort ein zuverlässiges Netz an Flugverbindungen in die ganze Welt anbietet, hat andere Kosten als ein Billigflieger, der ausschließlich Provinzflughäfen ansteuert.

Lufthansa muss sich absetzen vom Billig-Konzept. Anstatt anspruchslosen Kunden mit schmalem Budget hinterherzurennen, muss zahlungskräftigeren und anspruchsvolleren Kunden ein Angebot gemacht werden. Ein Schritt in diese Richtung war, dass die Tochter Germanwings alle weniger wichtigen Deutschland- und Europaverbindungen übernommen hat. Das stärkt die Kernmarke Lufthansa.

Viele Passagiere werden bereit sein, für eine entspanntere Reise in den Urlaub etwas tiefer ins Portmonee zu greifen und gegen die Billig-Flieger entscheiden.

Für Lufthansa lohnt ein solches Angebot freilich nur auf der Mittel- und Langstrecke, und auch nur dort ist Flugverkehr langfristig ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Der Wettbewerb am Himmel belebt so das Geschäft: Am Ende profitieren nicht nur die Aktionäre der Kranich-Airline, sondern auch die Kunden vom besseren Angebot.

- Geld · Märkte · Arbeit S. 9


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