Leser haben Verständnis

Von Markus Engelhardt

„Was gibt es da zu diskutieren? Wer eine Leistung erbringt, verdient bezahlt zu werden.“ Leser Dennis Pausch bringt es in seinem Kommentar auf unserer Facebook-Seite auf den Punkt. Er gehört zu jenen Nutzern unseres Internet-Auftritts, für die es selbstverständlich ist, für diese Dienstleistung zu bezahlen.

Immer wieder wird gerade in sozialen Netzwerken darüber diskutiert, weshalb wir unsere Online-Artikel nicht mehr umsonst veröffentlichen. Und immer wieder gibt es nicht nur Kritik daran, sondern auch Verständnis und Zustimmung.

„Immer wollen die Leute alles geschenkt haben“, schreibt zum Beispiel Sascha Frei. „Man sollte doch lieber dankbar sein, dass eine bestimmte Anzahl von Artikeln umsonst gelesen werden kann! Wer eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, muss dafür eben auch einen angemessenen Preis zahlen.“

Michael Koch reagiert auf Kritik einiger User an der Paywall mit einem Vergleich: „Vielleicht sollten einige Vorredner hier ihren Chef mal vor die Wahl stellen: Entweder ich arbeite morgen für mein normales Gehalt weiter oder ich mach schon heute Abend eine Nachtschicht und arbeite kostenlos.“

„Angenommen, Sie wären Abonnentin dieser Zeitung“, antwortet eine weitere Leserin einer Facebook-Nutzerin, die sich über unsere Bezahlschranke beschwert. „Wie würde Ihnen das gefallen, wenn Sie monatlich einen bestimmten Betrag für E-Paper, Zeitung oder Monatspass abdrücken“, während der Verlag seine Inhalte andererseits kostenlos zur Verfügung stelle?

In der Tat – für das Prinzip „Leistung ohne Bezahlung“ gibt es kein stichhaltiges Argument. Noch weniger im Fall unserer digitalen Angebote: Sie ergänzen die Artikel der täglichen Heimatzeitung um multimediale Inhalte, um Bildergalerien und Videos, herunterladbare Dokumente und interaktive Karten. Das sollte etwas wert sein.


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Kommentare (2)
Immer das Gleiche: alles soll umsonst und für jeden zugänglich sein. Ich frage mich, ob die Kritiker der "Bezahlschranke" eigentlich auch umsonst arbeiten? Wenn nicht, sollen sie doch einfach ihre Klappe halten. mehr
Genausowenig wie sie ihre Arbeitskraft umsonst anbieten, können sie auch erwarten, Leistungen Dritter umsonst in Anspruch nehmen zu können. Aber das ist neuerdings halt leider üblich, alles haben wollen aber nichts bezahlen. Und dann das ganz grosse Geschrei, wenn Firmen und Geschäfte schliessen müssen. Dann sind diese "Billig-Geier" die Ersten, die auf die Barrikaden gehen. Irgendwie kann ich nur sagen - armes Deutschland.
Der Markt regelt das schon. Wenn andere Zeitungen oder Newsportale weiterhin kostenlos anbieten, wird evt. eine gewisse Wanderungsbewegung stattfinden. Man liest dann eben mal NNP, FNP, TaunusZeitung, Gießener Anzeiger mehr
oder Gießener Allgemeine, Lahn-Dill-live.de oder Oberlahn.de. Sollte die Kostenpflicht im Markt nicht durchsetzbar sein, so wird man diese Regelung schon selbst wieder kassieren. Am Rande sei vielleicht noch erwähnt, dass man eingeloggt zehn Beiträge kostenfrei lesen kann, während ohne Login schon nach drei Beiträgen Schluss mit lustig ist.

(Anm. d. Red.: Andere Redaktionen werden nachziehen bzw. sind bereits vorangegangen, was den Einsatz einer Bezahlschranke angeht - erwähnt seien an dieser Stelle nur die Rhein-Zeitung und die Oberhessische Presse. Die Information zu den Gratisartikeln ist falsch: Eingeloggt (als Abonnent) hat man unbeschränkten Zugriff, angemeldet (mit der Mail-Adresse) sind drei Artikel in 30 Tagen gratis, unangemeldet gar keiner. Genau darum geht es ja.)
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