Lieber analog

Surfen im Ausland

Von Michael Klein

Die hat sich nämlich etwas sehr Spezielles ausgedacht, mit dem die mobile Nutzung des Internets im EU-Ausland zur Kostenfalle werden kann. Von wegen grenzenloses Surfen in Europa zum Inlandstarif. Theoretisch ja – aber in der Praxis?

Während man hierzulande mit der entsprechenden App allenthalben Zugang zu den Hotspots der Telekom findet, funktioniert das im Ausland nicht. Und in der zuständigen Abteilung weiß nach Auskunft des Teams „Telekom hilft“derzeit niemand, wann die App mit dieser Funktion ausgestattet sein wird.

Immerhin gibt es die App jetzt schon ein halbes Jahr und die Vorgänger-Version listete die WLAN-Netze noch problemlos auf. Sollte also hier jemand gezielt eine Falle für Roaming-Kosten installiert haben? Denn wenn ich nicht weiß, wo der nächste Hotspot ist, erhöht sich der Verbrauch des Datenvolumens ganz automatisch. Dass dies Absicht sein könnte, weist die Telekom natürlich weit von sich.

Es bleibt aber die Frage: Warum wirft das Unternehmen dann eine App auf den Markt, die eine wesentliche Funktion der Vorgänger-App nicht beinhaltet – und das zum eigenen Nutz und Frommen? Dass viele Kunden der Telekom auch im Inland Probleme mit der App haben, wie man in entsprechenden Foren nachlesen kann, macht die Sache nicht besser.

Als Konsequenz bleibt dem bequemen Surfer nur, seine Surfgewohnheiten nachhaltig zu ändern. Weniger digital, mehr analog. Sicher, das erfordert eine gewisse Fitness, wenn man an den eingangs erwähnten Meeressurfer denkt. Es gibt aber auch im Analogen zum Beispiel stressfreie Möglichkeiten der Kommunikation mit daheim, bei denen man sich nicht über den Telefonanbieter ärgern muss. Wie wäre es mit der guten alten analogen Postkarte als Alternative zu einem flott verschickten digitalen Foto? Und wie wäre es mit einem guten Buch und einer guten Zeitung?


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