Merkel zeigt Putin klare Kante

Von Klaus P. Andriessen

Stein des Anstoßes war gestern die Beutekunst, um die seit Jahrzehnten zwischen Deutschland und Russland gestritten wird. Die Positionen in dieser Sache sind so weit auseinander, dass eine Einigung ausgeschlossen erscheint. Dennoch war es gelungen, zum deutsch-russischen Jahr eine Bronzezeit-Ausstellung vorzubereiten, in der auch sogenannte Beutekunst gezeigt wird. Offenbar hatte aber Putin vermeiden wollen, dass Merkel bei der gemeinsamen Eröffnung erneut die völkerrechtlich abgesicherte Forderung erhebt, Russland möge die von Soldaten im und nach dem Zweiten Weltkrieg vereinnahmten Kunstwerke zurückgeben. Jedenfalls war Merkels Grußwort plötzlich aus dem Protokoll gestrichen worden.

Das ließ Merkel nicht mit sich machen - und der Erfolg gab ihr Recht: Putin lenkte ein, das Thema Beutekunst wurde am Freitag nicht totgeschwiegen. Selbst die konservativsten Unionswähler können Merkel nun nicht mehr vorwerfen, sie kümmere sich nicht genug um deutsche Interessen.


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