Nicht nur für das Stromnetz geeignet

Von Regina Tauer

Das ist in Zeiten von Mickrig-Zinsen auf Spareinlagen - die zum Teil nicht zu Unrecht als Enteignung der Sparer bezeichnet werden - eine ansehnliche Rendite. Sie fußt nicht auf wolkigen Versprechungen wie bei der Telekom-Aktie in den 90er Jahren. Die Volksaktie ist für viele Bürger inzwischen ein magentarotes Tuch.

Die Bürgeranleihen sind ein sinnvoller Anschub für den so dringend benötigten Netzausbau. Vom Anreiz an der Energiewende mitzuverdienen, erhofft sich Bundesumweltminister Peter Altmaier gleichzeitig auch eine höhere Akzeptanz bei den Bürgern, die dem Bau neuer Stromtrassen skeptisch gegenüberstehen. Statt vor Gericht zu klagen, sollen sie mit ins Boot geholt werden. Die Anrainer an den Stromautobahnen sollen deshalb auch ersten Zugriff auf die Anleihen haben. Bis zu 15 Prozent des Milliardengeschäfts sollen darüber finanziert werden.

Bürgeranleihen sollten Schule machen, wenn sie den dringend benötigten Ausbau der Infrastruktur diesem Land befördern. Sie verdienen über Parteigrenze hinweg Unterstützung. Ein weiteres Großprojekt, das für die Zukunft des Landes von ebenso großer Bedeutung ist, ist der Ausbau des schnellen Internets - in der Stadt wie auf dem Land. Die SPD will sich im Wahlkampf dafür einsetzen, Bürgeranleihen anzubieten.

Allein auf die Großen zu vertrauen, reicht bei Großinvestitionen offenbar nicht aus. Trotz historisch niedriger Zinsen ist für Unternehmen wie die Telekom der Ausbau des digitalen Netzes auf dem Land nicht attraktiv. Bürgeranleihen könnten hier Geld in die Kassen von Landkreisen und Kommunen spülen, mit der sie die Aufgabe selbst in die Hand nehmen. Internet in Bürgerhand - auch dieser Slogan hat etwas.


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