Relativieren hilft nicht

Kriminelle Flüchtlinge

Von Michael Klein

Eine Relativierung von Verbrechen hilft nie. Nach dem Motto: Es gibt auch deutsche Vergewaltiger, Mörder, Einbrecher. Ja, die gibt es, aber es gibt eben auch eine spezifische Kriminalität von Menschen aus einem von Gewalt geprägten Kulturkreis, in dem Frauen nichts wert sind. Man löst das Problem nicht, indem man diese Tatsache leugnet. Man löst es aber auch nicht, indem man nun allen Menschen aus dem für uns fremden Kulturkreis unterstellt, sie seien Vergewaltiger, Mörder oder Einbrecher. Auch diejenigen, die vom Krieg traumatisiert sind, entwickeln eher Angst vor Gewalt als dass sie selbst zu Gewalttätern werden.

Es hilft also nur, genau hinzuschauen. Das aber mit aller Konsequenz: Straftäter gehören hart bestraft; es gibt zu viele Fälle, in denen die Milde der Justiz skrupellos ausgenutzt wurde – nicht nur die der griechischen Justiz.

Man kann leicht behaupten, all die Probleme gäbe es nicht, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel 2015 nicht die Grenze geöffnet hätte. Das klingt plausibel, aber es stimmt nicht. Zum einen ist die deutsche Grenze gemäß den Schengen-Regelungen eine offene. Zum anderen waren 2015 viele ausländische Straftäter längst in Europa, Terroristen eingeschlossen. Hätte Deutschland also Zehntausenden Unschuldigen, die der Kriegshölle entkommen waren, sagen sollen: Pech gehabt?

Ein demokratisches, aufgeklärtes und liberales Land sollte Probleme nicht dadurch lösen, dass es seine Grundsätze aufgibt. Denn dann wird es ein anderes Land. Wollen wir das? Eines, das mit harter Hand geführt wird – wie Russland oder die Türkei und bald Amerika? Haben die etwa kein Kriminalitäts- und Terrorproblem? Ganz im Gegenteil!

Indes: Die Probleme in Deutschland müssen gelöst werden. Und es passiert gerade. Abschiebungen sind ein richtiger Weg, wenn kein Asylgrund vorliegt – bei Straftätern sowieso. Aber auch Polizei und Geheimdienste müssen gestärkt werden, nicht nur symbolisch. Wenn dann noch die Strafen härter werden, sind wir auf dem richtigen Weg.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Hessen und Welt